Wirtschaft : Auf einem schwankenden Markt

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DAS GESCHÄFT

Infineon, der größte Halbleiterhersteller Europas, macht 40 Prozent seines Umsatzes mit so genannten Speicherchips , die vor allem in Computern eingebaut werden. Insgesamt teilt sich der Konzern, der 36000 Mitarbeiter hat, in die drei Geschäftsbereiche Kommunikation, Automobil und Industrieelektronik sowie Speicherprodukte. Infineon beliefert unter anderem Handy- und Telefonhersteller – wobei Siemens bis zum Verkauf seiner Handysparte wichtigster Kunde war –, Chipkartenhersteller, die Autoindustrie oder PC-Produzenten. Von seinem Glasfasergeschäft trennte sich Infineon vor einigen Monaten. Die Entwicklungsabteilung in Berlin mit 250 Mitarbeitern wurde deshalb geschlossen.

DER MARKT

Die Abhängigkeit vom Halbleitermarkt macht Infineon schwer zu schaffen. Das Speichergeschäft leidet unter dem so genannten Schweinezyklus : Im Aufschwung investieren die Kunden und fragen so viele Chips nach, dass Engpässe bei den Herstellern entstehen. Die Preise und Gewinne steigen und die Chipkonzerne investieren ihrerseits mit hohem Kostenaufwand in Fertigungskapazitäten und die nächste Chipgeneration. Das führt zum Preisverfall und zu hohen Verlusten. Weltmarktführer Intel oder Samsung und Texas Instruments, die im Ranking vor Infineon liegen, verkraften diese Schwankung wegen ihrer Größe und Struktur besser – und bauen den Vorsprung vor Infineon aus.

DIE AKTIE

Infineon ging im Jahr 2000 an die Börse. Ein ungünstiger Zeitpunkt: Die Spekulationsblase an den Aktienmärkten war dem Platzen nahe und viele Experten warnten vor Kursverlusten. Dennoch wurde das Infineon-Papier mit großem Aufwand – und mit Erfolg – als Volksaktie vermarktet. Die für 35 Euro verkaufte Aktie stieg zunächst auch bis auf 90 Euro. Doch dann stürzte der Kurs ab. Heute liegt er bei 8,30 Euro – ein Verlust von knapp 76 Prozent im Vergleich zum Emissionskurs. mot

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