Wirtschaft : AUF KOSTEN DER UMWELT

Klimaschutz ist das große Ziel von Kanzlerin Angela Merkel – deshalb fördert der Bund Elektroautos, Öko-Energie oder nachwachsende Rohstoffe. Zugleich gibt der Staat viel Geld für Subventionen aus, die der Umwelt schaden. Auf mehr als 40 Milliarden Euro kommt das Umweltbundesamt. So müssen Raffinerien für den Treibstoff, den sie zur Herstellung von Benzin verwenden, keine Mineralölsteuer zahlen. Der Fiskus verzichtet damit auf 400 Millionen Euro. Und Betriebe in Industrie und Landwirtschaft, die bei der Produktion besonders viel Energie einsetzen, sind bei der Energie- und der Stromsteuer begünstigt. In der Summe entlastet sie das um gut vier Milliarden Euro. Dabei sollten höhere Abgaben eigentlich dazu motivieren, sparsam zu produzieren. Obendrein, so befand eine Studie der Universität Köln, gehören die Firmen, die das Geld beziehen, gar nicht zu den größten Verbrauchern. Reeder müssen für das Schweröl, das ihre Binnenschiffe verfeuern, keine Mineralölsteuer bezahlen, obwohl gerade dieser Treibstoff als besonders schmutzig gilt – das kostet im Jahr 129 Millionen Euro. Zudem gibt es Steuervorteile bei der privaten Nutzung von Dienstwagen – das sind oft durstige Fahrzeuge aus den Häusern BMW, Mercedes und Audi. Das kostet zwischen 500 Millionen und fünf Milliarden Euro. „Deutschland hat in Europa mit Abstand die großzügigste Regelung“, sagt der Finanzwissenschaftler Michael Thöns von der Universität Köln. brö

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben