Wirtschaft : Auf ohne Schwung

Der Einzelhandel setzt im April mehr um – von Partylaune ist die Branche aber weit entfernt

Berlin - Trotz eines deutlichen Umsatzanstiegs im April ist der Handel keinesfalls in Partylaune. „Dafür ist das Plus zu bescheiden“, sagte Hubertus Pellengahr, Sprecher des Hauptverbands des deutschen Einzelhandels (HDE), am Freitag in Berlin. Die Branche werde noch das ganze Jahr über unter der Mehrwertsteuererhöhung zu leiden haben. „Wir haben ein Auf ohne Schwung“, sagte Pellengahr.

Verglichen mit dem März-Geschäft konnte der Einzelhandel im April nominal 2,8 Prozent mehr umsetzen, preisbereinigt (real) waren es 2,6 Prozent. Deutlich schlechter fällt dagegen der Vergleich mit den Vorjahreszahlen aus. Gegenüber dem April vergangenen Jahres sanken die Umsätze real um 0,6 Prozent, berichtete das Statistische Bundesamt am Freitag. Allerdings lag Ostern im vergangenen Jahr später, so dass das gesamte Ostergeschäft – anders als in diesem Jahr – auf April entfiel.

Die Hoffnung der Einzelhändler richtet sich auf das kommende Jahr. Vor allem die sinkende Arbeitslosigkeit macht dem Handelsverband Mut. „Im nächsten Jahr ist ein Umsatzwachstum von bis zu zwei Prozent möglich“, sagte Pellengahr dem Tagesspiegel. Auch die jüngsten Tariferhöhungen könnten sich dann umsatzsteigernd auswirken. Für das laufende Jahr rechnet der HDE dagegen nur mit einem nominalen Umsatzplus von einem Prozent, preisbereinigt mit Stagnation.

In Berlin hofft Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, den Umsatzanstieg des Vorjahres von real 1,3 Prozent in diesem Jahr zu halten oder sogar leicht zu übertreffen. Die ersten Monate dieses Jahres seien „sehr ruhig“ gewesen, betonte Busch-Petersen, „aber wir hoffen auf die Mitte des Jahres oder die zweite Jahreshälfte“.

Im April konnten sich vor allem die Textilhändler freuen. Das sommerliche Wetter führte zu einer kräftigen Nachfrage nach Bekleidung, Textilien, Schuhen und Lederwaren. Verglichen mit dem Vorjahr stieg der Umsatz nominal um 7,1 Prozent, auch das Sorgenkind Versandhandel setzte 2,2 Prozent mehr um, dagegen gab es bei Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren ein Minus von 0,5 Prozent. hej

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