Wirtschaft : Auf und Ab der europäischen Währung ist laut Experten kein Grund zur Besorgnis

Der Kurs des Euro ist am Donnerstag weiter gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt (Main) legte den Referenzkurs mit 1,0791 Dollar fest (Mittwoch: 1,0761 Dollar). Damit hat sich der Euro innerhalb von zwei Wochen von rund 1,01 Dollar auf nahezu 1,08 Dollar erholt. Zuvor war der Kurs seit dem Start des Euro im Januar mit fast 1,18 Dollar stetig gefallen. Das Auf und Ab des Eurokurses ist nach Ansicht des HWWA-Instituts für Wirtschaftsforschung Hamburg kein Anlass zur Besorgnis, wie Hans-Eckart Scharrer, Vizepräsident des Instituts, in der neuen Ausgabe der Zeitschrift "Intereconomics" schreibt. Bei aller Nervosität, die der Eurokurs gegenüber dem US-Dollar ausgelöst habe, müsse man sich in Erinnerung rufen, dass vor einem guten Jahr die D-Mark gegenüber dem US-Dollar mit 1,85 bewertet worden sei. Dies komme dem heutigen Wechselkurs nahe (Donnerstag: 1,8125 DM).

Darüber hinaus solle man sich auch bewusst machen, dass die Märkte sich innerhalb sehr kurzer Frist drehen könnten. Interventionen der Notenbanken sind nach Ansicht des Ökonomen zwecklos, weil der Wechselkurs des Euro zum Dollar sowieso vom Unterschied der Zinsen in Euroland und den USA abhänge. Der Preis der Währung spiegele die gegenwärtigen und die erwarteten Zinsunterschiede wider, schreibt Scharrer. Diese seien wegen der Senkung der Zinsen durch die EZB im April und die Ende Juni von der US-Notenbank beschlossene Anhebung der US-Zinsen noch einmal gewachsen. Scharrer erinnert daran, dass die deutsche Finanzpolitik Anfang des Jahres Besorgnis erregende Signale ausgestrahlt habe. Die neue Haushaltspolitik von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) könne Angst nehmen und den Eurokurs wieder steigen lassen.

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