Wirtschaft : Auf und ab

Die Schwankungen des Dollar haben schon oft beunruhigt

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Der jetzige Aufruhr um den Wechselkurs des USDollar ist nichts Neues. Immer wieder sorgten sich die Europäer um den Kurs ihrer Währung im Vergleich zur amerikanischen Leitwährung – mal war der Dollar zu stark, mal war er zu schwach. Altkanzler Helmut Schmidt prophezeite in den siebziger Jahren noch, der Dollar werde nie unter zwei D-Mark fallen. Am 1. März 1978 war es dann doch soweit. Mitte der Achtziger legte der Dollar wieder zu: 1985 hatte die US-Währung unter ihrem Präsidenten Ronald Reagan soviel Vertrauen gewonnen, dass sich die fünf führenden Industriestaaten mit dem so genannten „Plaza-Abkommen“ verpflichteten, den Dollar zu schwächen. Das steigende US-Haushaltsdefizit, und die Spekulationswelle an der Wall Street, die mit dem Krach vom 19. Oktober 1987 endete, trugen zur Schwächung des Dollars bei. Auch in den vergangenen zehn Jahren war der Dollar dem Rest der Welt mal zu stark und mal zu schwach. 1994 zum Beispiel stürzte die amerikanische Währung ab – auf 1,53 D-Mark im Juli. Grund für die Schwäche waren damals schlechte Konjunkturaussichten für die USA. Danach verfolgte der US-Finanzminister Robert Rubin die „Politik des starken Dollars“, die zu einer Aufwertung des Dollars führte – im Juli 1997 stand er bei 1,84 D-Mark. Zu dieser Zeit bauten die USA nämlich konsequent ihr Haushaltsdefizit ab, und die amerikanische Wirtschaft wuchs ohne nennenswerte Inflation.

Die Dollar-Stärke dauerte noch Jahre an, auch noch, als der Euro eingeführt wurde – was anfangs bei den Europäern zu viel Missmut führte. Denn schließlich wollte man einen starken Euro haben – der seine Stärke allerdings aus eigener Kraft erreicht, und die nicht, wie jetzt, aus dem schwachen Dollar resultiert. fw

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