Wirtschaft : Auf Wachstumskurs

Griechenlands Wirtschaft erholt sich.

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Athen - Erstmals seit Beginn der schweren Krise gibt es jetzt in Griechenland Anzeichen für eine wirtschaftliche Wende. Der Einkaufsmanager-Index für die Industrie stieg im Januar über die wichtige 50-Prozent-Marke, die eine Rückkehr zum Wachstum signalisiert. Der vom Londoner Institut Markit Economics berechnete Index kletterte von 49,6 Prozent im Dezember auf 51,2 Prozent im Januar. Zuletzt hatte der Index im August 2009 über der 50-Prozent-Marke gelegen. Griechenland habe es damit erstmals seit 53 Monaten zurück in die Gewinnzone geschafft, teilte das Institut mit.

Bereits vergangene Woche hatte die griechische Statistikbehörde Elstat eine gute Nachricht verbreitet: Erstmals seit Juni 2010 gingen im November 2013 die Einzelhandelsumsätze nicht weiter zurück. Auch das deutet darauf hin, dass sich die griechische Wirtschaft stabilisiert und die Rezession hinter sich lässt. Für das Jahr 2014 erwarten die griechische Regierung und die EU-Kommission ein Wachstum von 0,6 Prozent. Griechenlands Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist seit Mitte 2008 ständig geschrumpft. Seither hat das Land rund ein Viertel seiner Wirtschaftskraft verloren – ein wirtschaftlicher Absturz, der nur mit der „Großen Depression“ in den USA nach der Weltwirtschaftskrise von 1929 zu vergleichen ist. Der Tiefpunkt der fast sechsjährigen Rezession wurde im vierten Quartal 2010 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um neun Prozent erreicht. Seither hat sich die Talfahrt verlangsamt. 2013 schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt nach vorläufigen Berechnungen um etwa 3,5 Prozent.

Der wirtschaftliche Abschwung ist ein Ergebnis des strikten Sparkurses, den Griechenland auf Geheiß seiner internationalen Gläubiger steuern muss. Die Euro-Staaten und der Internationale Währungsfonds unterstützen das Land seit Mai 2010 mit Hilfskrediten von insgesamt knapp 250 Milliarden Euro. Mittlerweile ist klar, dass es ein mögliches drittes Hilfspaket für Griechenland erst Mitte des Jahres geben soll, wie ein Sprecher des Finanzministeriums am Montag mitteilte. Gerd Höhler

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