Wirtschaft : Aufatmen bei Siemens VDO in Würzburg

Betriebsrat und Vorstand einigen sich auf Eckpunkte zur Standortsicherung

-

Berlin Im Würzburger Werk von Siemens VDO Automotive fällt der von Teilen der Belegschaft angedrohte Streik vorerst aus. Entgegen den ursprünglichen Plänen des Vorstands einigten sich Geschäftsleitung und Betriebsrat gestern im Grundsatz darauf, dass der Standort weitgehend erhalten bleibt. Zwar hält Vorstandschef Wolfgang Dehen weiterhin an der geplanten Verlagerung eines Teils der Produktion ins tschechische Ostrava fest, wo das Unternehmen bereits Baugrund erworben hat. Auch soll die Zahl der bisher knapp 1600 Mitarbeiter verringert werden. Aber beide Seiten „gehen davon aus, dass betriebsbedingte Kündigungen nicht stattfinden müssen“, hieß es in einer Mitteilung an die Belegschaft. In den nächsten Jahren sollen dafür 60 Millionen Euro in die Entwicklung und Fertigungsanlagen für innovative Produkte investiert werden. In Würzburg sollen demnach die Komponenten für Zukunftstechnologien wie die elektrische Lenkung oder die elektromechanische Parkbremse für Autos hergestellt werden. Das Konzept zur Sicherung und Entwicklung des Standortes soll bis 30. Juni 2010 laufen.

Offen blieb, welche Zugeständnisse die Belegschaft für den Kündigungsverzicht erbringen muss. Der Betriebsrat sprach lediglich von „Maßnahmen zur Kostensenkung“. Bei früheren Gesprächen hatte der Vorstand bereits die Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich sowie den Verzicht auf Schichtzuschläge und bezahlte Pausen gefordert. Die Verhandlungen sollen in der ersten Maiwoche beginnen.

Der gestrigen Einigung waren massive Proteste vorangegangen. Vergangene Woche hatten über 1000 Würzburger mit einer Menschenkette rund um das Werk gegen die geplante Verlagerung protestiert. Auch CSU-Wirtschaftsminister Otto Wiesheu hatte beim Siemens-Vorstand interveniert.hsc

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben