Wirtschaft : Auffanglösung für insolvente Versicherer steht

„Protector“ soll noch in diesem Jahr die Arbeit aufnehmen

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Düsseldorf (rl/HB). Die Auffanglösung für notleidende Lebensversicherungen steht. Die deutschen Versicherer haben sich nach Informationen des Handelsblatts am Donnerstag auf eine Sicherungseinrichtung geeinigt, Arbeitstitel „Protector". Präsidium und Hauptausschuss Leben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verständigten sich demnach darauf, einen von allen gemeinsam getragenen Lebensversicherer für Problemfälle zu gründen. Die Gesellschaft soll Policen managen, deren Sicherheit ansonsten gefährdet wäre.

Es wird damit gerechnet, dass die Gründungs- und Zulassungsprozeduren für „Protector" zügig über die Bühne gehen. Der GDV wird sein Modell womöglich bereits Mitte November auf seiner Mitgliederversammlung in Berlin präsentieren. Der Startschuss für „Protector" dürfte dann noch in diesem Jahr fallen.

Eile ist geboten: Erstens brennt dem Präsidenten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin), Jochen Sanio, das Thema Sicherheit der Lebensversicherung unter den Nägeln. Der Grund: Die Lebensversicherer gehören mit einem Vermögen von über 800 Milliarden Euro zu den größten institutionellen Anlegern. Die anhaltende Börsen- und Zinsschwäche trifft sie entsprechend hart. Zweitens gilt es für die Versicherer unter allen Umständen, das Vertrauen in das Produkt Lebensversicherung nicht durch Schieflagen zu erschüttern.

Erst diesen Sommer musste die Aufsicht die Familienfürsorge Lebensversicherung unter Zwangsverwaltung stellen. Die Gesellschaft ist inzwischen unter das Dach der Huk Coburg geschlüpft. Solchen gegenseitigen Rettungsaktionen will die Branche auch künftig den Vorrang vor der neuen Pool-Lösung geben. Die Aufsicht hegt indes Zweifel am Zusammenhalt der Branche - zumal die aktuelle Finanzkrise den Markt in seiner vollen Breite erwischt. Deswegen schien bis zuletzt das Hauptproblem in der Finanzierung von „Protector" zu bestehen.

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