AUFGELISTET : Kurse, Tipps und Termine Naht für Naht

Handarbeit ist im Trend – auch als Geschäftsidee. Wer sich damit selbstständig machen will, lernt im Gründerseminar, wie das geht.

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Basteln als Beruf. Britta Eppinger näht Taschen in ihrer Neuköllner Werkstatt und verkauft dort auch. Auch Online sind die Stücke zu haben, sie hat Kunden in Berlin, Hamburg - und New York. Vor der Gründung hat die Unternehmerin Seminare besucht, um sich auf die Gründung gut vorzubereiten. Und gelernt, wie wichtig der Internethandel ist. Foto: Thilo Rückeis
Basteln als Beruf. Britta Eppinger näht Taschen in ihrer Neuköllner Werkstatt und verkauft dort auch. Auch Online sind die Stücke...

GRÜNDERINNENZENTRALE

Anklamer Straße 39/40

10115 Berlin

Telefon: 030/ 44 02 23 45

DIE GRÜNDERLOTSEN

Henschel Consulting UG

Feurigstraße 54, 10827 Berlin

Gründerlotsen-Hotline: 030/ 220 11 735,

E-Mail: info@die-gruenderlotsen.de

GRÜNDERMESSE DEGUT

26.-27. Oktober 2012

Hangar 2 - Flughafen Tempelhof

Tor Columbiadamm 10

12101 Berlin

GRÜNDERWERKSTATT

der Beuth-Hochschule: unter www.beuth- hochschule. de/471/ alles zum 18-monatigen Stipendium. Bewerbungsschluss: 30. Oktober

Dawanda Snuggery:

Windscheidstr. 19

10627 Berlin

Kontakt: snuggery@dawanda.com

LINKS UND INFOS

www.gruenden-in-berlin.de

www.gruendercafe.de

WETTBEWERB zum Businessplan Berlin-Brandenburg (BPW): Die Auftaktveranstaltung findet am 26. Oktober statt. Mehr Infos im Internet unter www.b-p-w.de.

GRÜNDERBROSCHÜRE

von der IHK kann man sich im Internet unter www.ihk-berlin.de/linkableblob/ 1215740/data/Existenzgruendungsbroschuere-data.pdf

runterladen. rki

Britta Eppinger ist ausgebildete Steinmetzin und studierte Bildhauerin. Das Taschennähen war für sie lange Zeit nur ein Hobby. Heute verwandelt die 38-Jährige in ihrer Neuköllner Werkstatt alte Werbeplanen in stabile Beutel, Taschen oder Rucksäcke. „Bolsos Berlin“ heißt das Unternehmen, das sie nach einem längeren Spanien-Aufenthalt 2009 gegründet hat.

Informationen besorgte sie sich damals bei der „Gründerinnenzentrale“, einer Erstanlaufstelle für gründungsinteressierte Frauen. „Dort habe ich viele Broschüren bekommen und ein Orientierungsgespräch geführt, in dem meine Geschäftsidee kritisch durchleuchtet wurde.“ Anschließend wurde sie an eine Gründerbetreuung weitervermittelt, bei der Britta Eppinger einen viertägigen Grundkurs besuchte. „Ohne diese Beratung hätte ich das Gründen und alles, was damit zusammenhängt, wahrscheinlich nicht so ernst genommen.“ Heute verkauft sie ihre Taschen online über das Portal Dawanda, auf Märkten, aber auch über verschiedene Läden in Berlin, Hamburg – und New York.

Mit einigen Kursteilnehmern hat Britta Eppinger sich auch später regelmäßig getroffen. Außerdem hat sie einige Veranstaltungen der Gründerinnenzentrale besucht, etwa zu den Themen Preisgestaltung oder Künstlersozialkasse. Auch hat sie ein Mentoring-Programm absolviert – und dabei von einer Tischlermeisterin viel über die Selbstständigkeit gelernt.

Wie wichtig Orientierungsgespräche für Gründer sind, weiß auch Antje Ripking von der Gründerinnenzentrale. Sie macht dabei immer wieder die Erfahrung, dass auch gut ausgebildete Interessentinnen viel zaghafter an den Unternehmensaufbau herangehen als Männer – und sich häufig unter Wert verkaufen. „Es wäre schön, wenn Frauen pragmatischer wären und die ihnen offen stehenden Angebote noch besser nutzen würden.“

Für Gründer gibt es in Berlin ein großes Beratungsangebot von kompakten Einstiegshilfen bis längerfristigen Seminarformen. Entscheidungshilfe für einen Basiskurs kann etwa ein Leitfaden der Stiftung Warentest bieten.

Ein Basiskurs sollte demnach mindestens 20 Unterrichtsstunden zu je 45 Minuten umfassen, und idealerweise aus zehn, maximal 15 Teilnehmern bestehen. Grundsätzlich sollte ein solcher Kurs vermitteln, welche Lebensveränderungen mit der Selbstständigkeit verbunden sind – und welche Erfahrungen und Voraussetzungen Existenzgründer mitbringen und erfüllen sollten. Außerdem müssen die Teilnehmer nach dem Kursende wissen, welche Schritte sie bis zur Gründung erfüllen sollen, und wo sie sich weitere Beratung holen können.

Wer zunächst über ein Portal wie Dawanda ausprobieren will, ob seine selbstgemachten Produkte auf Interesse stoßen, kann dort ein kostenloses Einsteiger-Seminar besuchen. Und später Veranstaltungen etwa zu guter Produktfotografie oder dem Umgang mit Social Media nutzen. Veranstaltet werden diese Seminare im Showroom in Charlottenburg.

Barbara Hutt hat für ihren Unternehmensstart die Angebote der Gründerlotsen genutzt. Seit November 2011 bereitet sie sich auf den Aufbau von Babykeks Berlin vor, einen Online-Shop für Babybekleidung. Bei den Gründerlotsen besuchte sie mehrere Kurse, schrieb einen Businessplan und lernte, wie das Online-Geschäft und das Marketing funktionieren. Berater Oliver Henschel macht seinen Seminarteilnehmern immer wieder klar, dass beim Unternehmensaufbau auch der Online-Handel gut geplant werden muss. Angehende Unternehmer sollten mit einer Vorbereitungszeit von drei bis sechs Monaten rechnen.

Seit diesem Sommer ist Barbara Hutts Homepage nun fertig, ihre selbstgenähten Produkte verkauft sie aber auch auf Dawanda. Das Geschäft mit der Babykleidung betreibt sie nebenbei – inzwischen sucht sie auch nach einem kleinen Laden.

Viele Informationen bekommen angehende Gründer auch bei der IHK, zum Beispiel durch eine Einstiegs- oder Finanzierungsberatung oder für eine Rückmeldung zum Geschäftskonzept.

Beachten müssen die Neueinsteiger dabei zum Beispiel, dass auch für den Handel mit Selbstgenähtem im Internet oder auf Märkten immer eine Gewerbeanmeldung vorliegen muss. „Diese ist auch dann nötig, wenn die Tätigkeit nur im Nebenerwerb, beispielsweise neben einer Angestelltentätigkeit oder während der Arbeitslosigkeit ausgeübt wird“, sagt IHK-Pressesprecher Leif Erichsen.

Damit seine Geschäftsidee weiter wachsen konnte, hat Philip Paar die vergangenen 18 Monate überwiegend in der Gründerwerktstatt der Beuth-Hochschule verbracht, und auch immer wieder im Botanischen Garten. „Mit unserem Start-up Laubwerk wollen wir Bäume in 3D-Anwendungen realistisch gestalten.“ In der Gründerwerkstatt der Beuth-Hochschule gedeihen Neugründungen mit finanzieller Unterstützung. Dabei können die Teilnehmer auch immer wieder Seminare besuchen, ihre Gesschäftsstrategie überarbeiten – und werden auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: „Als Gründer ist man oft etwas selbstverliebt in die eigene Idee und neigt dazu, den Markt auszublenden“, sagt Philipp Paar.

Seit dem Sommer werden er und sein Mitstreiter durch einen Investor unterstützt und voraussichtlich im November in den Markt eintreten. Bewerbungsschluss für die nächste Gründerwerktstatt ist übrigens der 30. Oktober.

Lernen, wie man selbst ein Unternehmen aufbaut, dieser Aspekt nimmt auch in MBA-Programmen einen wachsenden Stellenwert ein. Während MBA-Absolventen diese Ausbildung viele Jahre dazu genutzt haben, in einem bestehenden Unternehmen schnell aufzusteigen, legen inzwischen viele Programme einen größeren Schwerpunkt auf den Bereich Entrepreneurship. So bietet etwa die HWR Berlin einen zweijährigen Studiengang MBA in Entrepreneurship in Teil- oder Vollzeit an. Die SRH Hochschule hat ab diesem Wintersemester einen Master of Arts im Bereich Entrepreneurship im Angebot, durch den sich Gründer darauf vorbereiten können, ihr Unternehmen langfristig auf dem Markt zu etablieren.

Die Deutsche Universität für Weiterbildung bietet ebenfalls eine Online-Einheit zum Thema an, in Kooperation mit Günter Faltin vom Arbeitsbereich Entrepreneurship der FU Berlin. Zum Abschluss dieser Einheit treffen sich die Teilnehmer in Berlin, und treten mit ihren Konzepten in einem „Pitch“ gegeneinander an.

Noch viel mehr Anregung, Ermutigung und positive Beispiele finden Gründer und solche, die von diesem Schritt träumen, sicher auch am kommenden Wochenende in Tempelhof – auf der Gründermesse Degut.

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