Wirtschaft : Aufholen, ohne einzuholen (Kommentar)

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Wächst so zusammen, was zusammen gehört? In der ostdeutschen Metallindustrie sollen demnächst auch vermögenswirksame Leistungen gezahlt werden: In einem Jahr 26 Mark monatlich, ab 2003 39 Mark und schließlich in fünf Jahren 52 Mark. So sind die Perspektiven im deutsch-deutschen Vereinigungsprozess: Fünf Jahre, um auf 52 Mark zu kommen. Mehr ist nicht drin, das hat auch die IG Metall gemerkt. Diese Erkenntnis verdankt sie nicht zuletzt den Erfahrungen mit dem ersten so genannten Stufenplan, der 1996 zur Anhebung der ostdeutschen Metall-Tariflöhne auf Westniveau führte. Heute weiß man, dass dies zu schnell ging, die Produktivität in der ostdeutschen Wirtschaft kam nicht mit. Inzwischen klafft die Lücke zwischen den Teilen Deutschlands sogar wieder weiter auseinander: Starkes Wachstum bei sinkender Arbeitslosigkeit im Westen, schwaches Wachstum und steigende Arbeitslosigkeit im Osten. Dies hängt zwar weniger mit der Metallindustrie als mit der Krise am Bau zusammen. Der bescheidene gesamtwirtschaftliche Trend im Osten kann indes von keiner Branche ignoriert werden. Und auch nicht von Gewerkschaften und Arbeitnehmern. Die wirkliche Angleichung der Arbeits- und Lebensbedingungen wird noch einige Jahre dauern, vielleicht auch Jahrzehnte. Habt Geduld! - Das ist die Botschaft des Tarifabschlusses an die Arbeitnehmer.

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