Wirtschaft : Aufnahme in Dax: "MLP bleibt ein Kandidat"

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Mit Enttäuschung, aber nicht mit Verärgerung nimmt Bernhard Termühlen, Vorstandschef des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP, die Entscheidung der Deutschen Börse auf, auch diesmal sein Unternehmen nicht in den Deutschen Aktienindex Dax aufzunehmen. "Ich bin ein wenig enttäuscht. Aber deprimiert wäre ich, wenn unsere Zahlen schlecht wären. Aber das ist ja nun wirklich nicht der Fall", sagte Termühlen dem Tagesspiegel. MLP war als heißer Kandidat für die Neuaufnahme gehandelt worden. Termühlen bekundete allerdings auch Verständnis für die Entscheidung des Börsenrates. Mit Blick auf die Börsenkapitalisierung liege MLP zwar derzeit auf Platz 20 unter den börsennotierten deutschen Aktiengesellschaften, und bei der Liquidität auf Platz 30. "Aber über das ganze Jahr gerechnet trifft das natürlich nicht zu." Bedauerlich sei das Votum des Börsenrates für das Marketing von MLP, weniger für die Aktie. "Unsere Investoren, vor allem die amerikanischen Fondsgesellschaften, kaufen die Aktie vor allem wegen unserer Zahlen." Nach Ansicht von Termühlen bleibt die Chance für MLP auf die Aufnahme in den Dax gewahrt. Durch Fusionen könnten sich auch in den nächsten Monaten Verschiebungen ergeben. Termühlen schließt unter anderem Veränderungen mit Blick auf Dresdner und Commerzbank nicht aus. Durch eine Fusion mit anderen Geldhäusern oder durch eine Übernahme könnte ein Platz im Dax freiwerden. Generell bleibe MLP angesichts "unserer nach wie vor gewaltigen Wachstumsraten" ein heißer Kandidat für den Dax. Auch wenn die Deutsche Börse ihre Indizes ab Juni 2002 nach dem Streubesitz gewichtet, liege der Heidelberger Finanzdienstleister, so Termühlen, gut im Rennen. Immerhin liege der sogenannte "Free Float" derzeit bei 69 Prozent. Der Rest der MLP-Aktien liegt bei der Gründerfamilie Lautenschläger und bei Vorstandschef Termühlen.

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