Wirtschaft : Aufschwung gewinnt an Breite

Rexrodt und IWH optimistisch / Exporte auf Rekordkurs

WIESBADEN/BONN (dpa).Die deutsche Exportwirtschaft hat den höchsten Handelsüberschuß seit dem Rekordjahr 1989 schon vor Jahresende fest gebucht.Allein für den Zeitraum Januar bis Oktober beträgt der Saldo der Handelsbilanz bereits 104,7 (Vorjahr: 80,4) Mrd.DM und erreicht damit fast das Niveau des Einheitsjahres 1990.Dies teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit.Nach zehn Monaten beläuft sich das deutsche Exportvolumen unter dem Strich auf 729,4 Mrd.DM.Das sind 12,6 Prozent mehr als im Vorjahr.Damit gilt als sicher, daß der bisherige Ausfuhrrekord des Jahres 1996 von mehr als 784 Mrd.DM im laufenden Jahr deutlich übertroffen wird.Die deutschen Einfuhren legten in den ersten zehn Monaten um 10,1 Prozent auf 624,7 Mrd.DM zu.Im Rekordjahr 1989 hatte die deutsche Wirtschaft einen Ausfuhrüberschuß von 134,6 Mrd.DM erreicht. Nach Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums wird das Wirtschaftswachstum in Deutschland nicht mehr nur vom Export getragen.Erfreulich sei, daß der Aufschwung zunehmend auch von den Ausrüstungsinvestitionen im Inland gestützt werde."Die jüngsten Tendenzen sprechen für ein allmähliches Übergreifen der außenwirtschaftlichen Impulse auf die Binnenmarktnachfrage, was entscheidend für eine Wende am Arbeitsmarkt ist." Eine Beeinträchtigung des hohen deutschen Exportwachstums durch die Währungs- und Finanzkrise in Südostasien wird nicht erwartet. Auch das vierte Quartal spricht nach Angaben des Ministeriums "für eine Fortsetzung des Konjunkturaufschwungs".Im Zeitraum Januar bis Oktober habe die Industrie 5,8 Prozent mehr Aufträge als vor einem Jahr hereingenommen und ihre Produktion um 4,3 Prozent gesteigert."Damit verläuft die Entwicklung in der Industrie derzeit dynamischer als in der Gesamtwirtschaft." Auch die Stimmung in den Unternehmen sei "weiterhin freundlich".Dagegen trübten die Flaute am Bau und "die anhaltende Schwäche des privaten Verbrauchs" das konjunkturelle Gesamtbild. Auch nach Meinung des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wird der Aufschwung 1998 an Breite gewinnen.Lediglich die Bauinvestitionen hinken nach, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten IWH-Jahresausblick.Die mittelfristigen Ertragserwartungen der Unternehmen werden wegen der anhaltend lebhaften Exporte in Verbindung mit einer allmählichen Aufwärtstendenz der Binnenwirtschaft steigen.

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