Aufschwung : Maschinenbau auf Rekordkurs

Die deutschen Maschinenbauer erwarten ein Rekordjahr. 2007 soll für die Branche eines der besten Jahre der Nachkriegszeit werden. Die Prognosen für die Zukunft fallen allerdings bescheidener aus.

HamburgFür 2007 sei mit einem realen Plus der Produktion von elf Prozent zu rechnen, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit. "Dieses Jahr ist für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau eines der besten in der Nachkriegszeit", sagte VDMA-Präsident Dieter Brucklacher. Der Verband korrigierte zum wiederholten Mal in diesem Jahr seine eigene Prognose nach oben. In den ersten sieben Monaten des Jahres lag das Produktionsplus bereits bei mehr als zwölf Prozent, die Auftragseingänge erhöhten sich in den ersten acht Monaten im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 18 Prozent.

Für das kommende Jahr fällt die Prognose mit einem erwarteten Plus von fünf Prozent etwas bescheidener aus, doch wollte Brucklacher nicht von einem Ende des Aufschwungs sprechen. "Wenn sich diese Prognose erfüllt, hätten wir in fünf Aufschwungjahren in Folge insgesamt ein Wachstum von knapp 40 Prozent gestemmt", sagte er. "Eine solch dynamische Wachstumsphase haben wir zuletzt im Zeitraum von 1958 bis 1962 erlebt." Er sehe "mit einem gewissen Stolz", dass die Branche dieses Wachstum bewältigt habe. Elf Prozent Plus wie in diesem Jahr sei nicht die Normalität, sondern eine "solitäre Entwicklung". Auch fünf Prozent im nächsten Jahr müssten zunächst erarbeitet werden.

Angst vor Wachstumsbremsen

Die Branche sorgt sich zunehmend um Engpässe und Hemmnisse, die das Wachstum bremsen. Das beginnt bei der Finanzierung, erstreckt sich aber auch auf die Versorgung mit Rohstoffen und Material sowie den Mangel an geeigneten Arbeitskräften. "28 Prozent der Unternehmen hätten mehr produzieren können, wenn sie nicht gravierende Engpässe in der Materialversorgung gehabt hätten", sagte Brucklacher. Darüber hinaus beklage ein Fünftel der Betriebe einen großen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Im laufenden Jahr seien bereits 35.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden, doch gebe es Bedarf für weitere 10.000 - "wenn wir die richtigen Arbeitnehmer finden können".

Getrieben wird der Boom im Maschinenbau sowohl vom Exportgeschäft wie auch von der zunehmenden Nachfrage aus dem Inland. Die Branche stellt sich auf eine langsamere Gangart der Weltkonjunktur ein, vor allem wegen der Wachstumschwäche in den USA, dem größten Exportmarkt für die deutschen Maschinenbauer. Zudem erschwere der hohe Euro die Exporte in den Dollarraum. Bei den Aufträgen gehe der überteuerte Euro oft zu Lasten des Ertrags und damit der Innovations- und Investitionskraft der Betriebe. (mit dpa)

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