Wirtschaft : Aufschwung ohne Schwung

Bundesbank: Der Durchbruch lässt auf sich warten

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Berlin/Frankfurt am Main Der Konjunktur-Durchbruch lässt nach Ansicht der Bundesbank zwar weiter auf sich warten, gleichwohl „besteht aber für 2005 kein Anlass zum Pessimismus“. Investoren und Verbraucher rechneten offenbar damit, dass die Seitwärtsbewegung der Wirtschaft wieder in einen Wachstumsprozess einmünde, schreiben die Notenbanker im Monatsbericht Februar. Grund: Die Unternehmen – insbesondere im Handel – seien 2005 mit günstigeren Geschäftserwartungen gestartet.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte: „Die Wirtschaftslage ist immer noch labil.“ Die Stagnation der vergangenen Jahre sei überwunden, die Auftriebskräfte seien aber immer noch sehr verhalten, sagte der Minister.

Die Bundesbank sieht das ähnlich: „Insgesamt befindet sich die deutsche Wirtschaft auch nach eineinhalb Jahren noch in der Anfangsphase einer konjunkturellen Erholung.“ Auch das Staatsdefizit könne nach Einschätzung der Zentralbanker im laufenden Jahr erstmals seit 2001 wieder die Drei-Prozent-Grenze unterschreiten: „Das Ziel erscheint aus heutiger Sicht erreichbar.“ Voraussetzung sei ein rigider Sparkurs. Mit Blick auf den Arbeitsmarkt setzt sich die Bundesbank für weitere Reformen ein. Der Boom bei Mini-Jobs sollte als Aufforderung verstanden werden, auch „die Kernbereiche des Arbeitsmarktes stärker zu flexibilisieren“, argumentieren die Zentralbanker.

Auch das private Kreditgewerbe sieht gute Chancen für eine konjunkturelle Erholung in Deutschland. „Mit der sich momentan abzeichnenden Stabilisierung der Weltwirtschaft und der Beruhigung bei der Ölpreisentwicklung bestehen gute Chancen, dass die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal 2005 wieder auf einen Wachstumspfad zurückkehrt“, heißt es in dem am Montag in Berlin veröffentlichten Monatsbericht des Bundesverbandes deutscher Banken. Für eine Überprüfung der derzeitigen Wachstumsprognose von 1,4 Prozent für das laufende Jahr sollten daher „erste harte Konjunkturdaten“ abgewartet werden.

Allerdings weist der Verband darauf hin, dass die gegenwärtige Prognose nur noch bei einer „sehr kräftigen konjunkturellen Beschleunigung“ zu erreichen ist. Auch wenn die Sorge über die globalen Ungleichgewichte in den vergangenen Wochen etwas nachgelassen habe, könne eine „grundsätzliche Entwarnung“ bislang nicht gegeben werden. ro/ddp/dpa

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