Wirtschaft : Aufschwung schafft neue Jobs

DIHK-Umfrage: Firmen immer zuversichtlicher – doch schon bald könnte es wieder abwärts gehen

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Berlin - Durch den Aufschwung werden in der deutschen Wirtschaft 2006 erstmals seit fünf Jahren neue Arbeitsplätze entstehen. Einer Umfrage unter 21 000 Unternehmen zufolge werde die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt um 300 000 zurückgehen, sagte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), am Montag in Berlin. Im laufenden zweiten Quartal wird sich das Wachstum weiter beschleunigen, erwartet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

„Die Beschäftigung gelangt endlich ins Schlepptau der Konjunkturbelebung“, hieß es beim DIHK. Die Geschäftserwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate erreichten den besten Wert seit der Wiedervereinigung. 34 Prozent der Firmen rechneten mit besseren Abschlüssen, 53 Prozent gehen von einer gleichbleibenden und nur 13 Prozent von einer schlechteren Entwicklung aus.

Getrieben werde der Aufschwung von exportstarken Industriebranchen wie der Elektrotechnik, Chemie, dem Maschinenbau sowie unternehmensbezogenen Dienstleistern. Auch in Zukunft werde die Weltkonjunktur gut laufen.Der gestiegene Euro-Dollar-Wechselkurs bremse die Nachfrage nach deutschen Produkten bislang nicht. Allerdings könne eine weitere Aufwertung Probleme bedeuten. Wansleben: „Die Wirtschaft brummt wie seit Jahren nicht mehr.“ Der DIHK erwartet nun ein um zwei Prozent stärkeres Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Von einem dauerhaften Wachstum in Deutschland geht der Verband allerdings nicht aus. Zwar wollten 27 Prozent der befragten Unternehmen ihre Kapazitäten erweitern und auch der seit Jahren schwache private Konsum habe sich gefestigt. „Es verdichten sich die Anzeichen, dass die Konjunktur bereits in diesem Jahr ihren Siedepunkt erreichen dürfte“, sagte Wansleben. Vor allem die um drei Prozentpunkte höhere Mehrwertsteuer werde im kommenden Jahr das Wachstum im Inland drücken. DIHK-Chefökonom Axel Nitschke schloss nicht aus, dass sich das Wirtschaftswachstum 2007 bereits wieder halbieren könnte.

Aktuell, zwischen April und Ende Juni dieses Jahres, dürfte sich das Wachstum der Wirtschaft aber beschleunigen, erklärte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. Das BIP werde im zweiten Quartal 2006 um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal wachsen, nachdem es im ersten Quartal 0,4 Prozent gewesen waren, teilten die DIW-Volkswirte mit. Ende 2005 hatte es sogar Stillstand in der Wirtschaft gegeben.

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