Wirtschaft : Aufschwung schwächt sich ab 2011 und 2012 wächst

die Wirtschaft langsamer

Berlin - Der Aufschwung in Deutschland verliert allmählich an Kraft. Nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wird das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr nur um 2,2 Prozent wachsen, 2012 sind nur 1,3 Prozent drin. Dies sei „ordentlich und vor allem stabil“, sagte der Konjunkturfachmann Ferdinand Fichtner bei der Vorstellung der neuen DIW-Prognose am Dienstag in Berlin. Nach dem enormen Aufholprozess 2010 mit einem Wachstum von 3,7 Prozent bestehe „kein Anlass zur Euphorie“.

Das starke Plus im vergangenen Jahr sei nur zustande gekommen, weil die deutsche Wirtschaft ihr Minus von 2008 wieder ausgeglichen habe, hieß es weiter. „2010 war ein Ausnahmejahr und wird es bleiben“, urteilte Fichtner. Überdies werde angesichts der schwächeren Weltkonjunktur in diesem Jahr der Binnenkonsum eine wichtigere Rolle spielen als der Export – angeschoben durch den Bau, die Investitionen und die private Nachfrage.

Damit gehören die DIW-Ökonomen zu den eher pessimistischen Vertretern ihres Fachs. Unter dem Eindruck der ausgezeichneten Stimmungslage der Unternehmen und des deutlichen Rückgangs der Arbeitslosigkeit gehen einige Wirtschaftsforscher derzeit bereits von mehr als drei Prozent Wachstum in diesem Jahr aus. Das DIW schließt sich dieser Ansicht nicht an, allerdings gehörte es in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Wachstumszahl nicht zu den treffsichersten Instituten des Landes. Im Kreis der Experten, die die Frühjahrs- und Herbstgutachten für die Bundesregierung erstellen, ist es bereits seit 2007 nicht mehr vertreten.

Ein ähnliches Konjunkturmuster wie das DIW sieht die Deutsche Bank. Die Ökonomen des Instituts rechnen sogar nur mit einem Wachstum von zwei Prozent in diesem Jahr. Damit werde Deutschland im Vergleich der Euro-Länder aber dennoch in der Spitzengruppe liegen. International gesehen stehe die deutsche Wirtschaft „exzellent“ da. Angesichts der mäßigen Lohnentwicklung, der vergleichsweise geringen Verschuldung von Haushalten und Staat seien auch in den kommenden Jahren „kräftige Wachstumsraten“ möglich. Konkrete Zahlen nannte die Bank aber nicht. brö

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