Wirtschaft : Aufschwung soll noch an Breite gewinnen

BERLIN (mo).Die Asienkrise wird die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland im kommenden Jahr nicht bremsen.Anders als die Ökonomen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnen die Volkswirte vom Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) fest damit, daß sich der Wirtschaftsaufschwung in der Bundesrepublik weiter festigen und die ostdeutsche Wirtschaft nicht weiter abgehängt wird.In ihrer Jahresprognose 1998/99 gehen die Ökonomen aus Halle dabei davon aus, daß auch die Binnennachfrage wieder stärker anzieht.

Das IWH schätzt, daß das Bruttoinlandprodukt in diesem Jahr 2,6 Prozent und im nächsten Jahr um 2,7 Prozent zulegen wird.Damit bleibt das Institut auf Linie des Frühjahrs-Gutachtens.Das DIW hatte Ende Juni hingegen einen deutlichen Rückgang der realen Wachstumsrate von 2,6 Prozent auf 2,1 Prozent 1999 in Aussicht gestellt, dem Osten allerdings mit 2,1 Prozent im laufenden Jahr und 2,2 Prozent 1999 eine tendenzielle Belebung in Aussicht gestellt.Die Hallenser sind auch hier noch optimistischer: Für den Osten erwartet das IWH dieses Jahr zwar nur zwei Prozent Wachstum, im kommenden Jahr aber 2,6 Prozent.Die Prognose aus Halle beruht allerdings auf der Annahme, daß ein Zusammenbruch der asiatischen Finanzmärkte durch "nationale wirtschaftspolitische Maßnahmen" und wenn nötig "internationale Beistandsmechanismen" verhindert werden kann.Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Zinsen in der Krisenregion bieten sich den Investoren auch günstigere Finanzierungsbedingungen, argumentiert das IWH.

Obwohl sich "die Kräftigung des Aufschwungs" am Arbeitsmarkt bereits bemerkbar mache, im Westen die Trendwende erreicht sei, setzte sich der Beschäftigungsabbau auf dem ersten Arbeitsmarkt in Ostdeutschland im Laufe des Jahres noch weiter fort, schreibt das IWH.Frühestens im Herbst werde hier ein Stillstand erreicht.Die Arbeitslosenquote werde 1999 im Westen von 9,5 Prozent auf 9,1 Prozent sinken; im Osten von 19,2 Prozent auf 18,5 Prozent.

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