Aufsichtsräte : Eon und BASF zahlen am meisten

Die Aufsichtsräte des Energiekonzerns Eon und des Chemiegiganten BASF werden im Vergleich mit den übrigen Dax-Unternehmen am besten bezahlt. Dies ergab eine Studie der Geschäftsberichte der 30-Dax-Konzerne.

Düsseldorf - Das "Handelsblatt" hatte die Geschäftsberichte der wichtigsten deutschen Unternehmen nach den Gehältern für die Aufsichtsrats-Mitglieder untersucht. Demnach zahlte Eon seinen Kontrolleuren im vergangenen Jahr insgesamt 3,8 Millionen Euro, während BASF 3,4 Millionen Euro hinblätterte. Andere Dax-Konzerne kommen mit weit weniger für ihre Kontrollgremien aus. Am unteren Ende der Liste liegt Sportartikelriese Adidas, der seinen Aufsehern insgesamt 300.000 Euro zahlte. Beim Medizin-Technik-Hersteller Fresenius Medical Care und dem Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate waren es eine halbe Million Euro.

Einen Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und Bezahlung der Aufsichtsräte gibt es der Zeitung zufolge nicht. Nach Ansicht von Experten fehlt bislang auch ein geeigneter Maßstab, an dem sich die Angemessenheit der Vergütungen messen ließe. "Es gibt keine wirklichen Indikatoren für die Leistung eines Aufsichtsrats, allenfalls den Zeitaufwand, den er für seine Leistungen betreiben muss", sagte der Münchner Wirtschaftsprofessor Manuel Rene Theisen dem "Handelsblatt".

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hatte bereits am Freitag moniert, dass die Aufseher ihre Qualifikation nicht nachweisen müssen: "Aufsichtsratschef kann jeder werden", sagte DSW-Geschäftsführer Ulrich Hocke. Nach Angaben der Vereinigung gehören zudem weiterhin zahlreiche der Kontrolleure gleich mehreren Dax-Aufsichtsräten zugleich an. So sitzt etwa der frühere Bayer-Chef Manfred Schneider in den Kontrollgremien von sieben Dax-Unternehmen und ist damit der mächtigste Aufsichtsrat des Landes. (tso/AFP)

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