Wirtschaft : Aufsichtsrat gibt Deutscher Börse Rückendeckung

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Frankfurt am Main Die Übernahme der Londoner Börse (LSE) durch die Deutsche Börse AG rückt näher. Der Aufsichtsrat stimmte am Montagabend in einer außerordentlichen Sitzung einem möglichen Barangebot zu und ermächtigte den Vorstand und einen Ausschuss des Aufsichtsrats, weitere Schritte einzuleiten. Damit könnte Börsenchef Seifert eine Offerte höher anlegen. Bislang ist von 530 Pence pro LSE-Aktie die Rede, was einem Übernahmepreis von knapp zwei Milliarden Euro entsprechen würde. Weder Börsenchef Werner Seifert noch Aufsichtsratschef Rolf Breuer machten am Abend auf dem Neujahrsempfang der Börse konkretere Angaben zu den Übernahmegesprächen.

Offen ist auch, ob die am Wochenende von dem auf den Cayman Inseln angesiedelten Hedge Fonds TCI geforderte außerordentliche Hauptversammlung einberufen wird. Das Schreiben des Fonds, der angeblich fünf Prozent an der Deutsche Börse AG hält und eine Übernahme ablehnt, habe der Aufsichtsrat „zur Kenntnis genommen“, hieß es lediglich. Im Gespräch mit dem Handelsblatt sagte TCI-Chef Chris Hohn, der Fonds habe bereits im Dezember auf seine Bedenken aufmerksam gemacht – allerdings nur privat. Die Antwort sei nur gewesen: „Das interessiert uns nicht.“ Hohn kritisierte jedoch die mögliche Übernahme als zu teuer. Sie würde „massiv Wert“ zerstören.

Die hessische Landesregierung machte dagegen am Montag deutlich, dass sie keine Bedenken gegen die Pläne der Deutschen Börse hege. „Das ist eine unternehmerische Entscheidung“, sagte der hessische Ministerpräsident Roland Koch. Viel problematischer wäre, wenn die LSE die Deutsche Börse übernehmen wolle. Die Initiative der Deutschen Börse sei deshalb auch ein Indiz für die Stärke des Finanzplatzes Frankfurt, sagte Koch. In Bankenkreisen wird erwartet, dass die Übernahme bis Mitte Februar abgeschlossen sein könnte. ro/HB

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