Wirtschaft : Aufsichtsrat hält weiter an Misgeld fest

BERLIN (mo).Der Aufsichtsrat der Berliner Volksbank hält an Vorstandschef Ulrich Misgeld uneingeschränkt fest."Was Misgeld durch die Staatsanwaltschaft erfährt, halte ich für völlig ungerechtfertigt," erklärte Volksbank-Aufsichtsratsvorsitzender und Handwerkskammerpräsident Hans-Dieter Blaese am Montag gegenüber dem Tagesspiegel.Man habe nicht die geringste Veranlassung, von dem Banker, der wegen Betrugs- und Untreueverdachts angeklagt wurde, abzurücken.Vom Aufsichtsrat in Auftrag gegebene Gutachten belegten, daß Misgeld kein schuldhaftes Verhalten vorzuwerfen sei, betonte Blaese.

Durch die Erhebung der Anklage habe sich für den Aufsichtsrat kein neuer Kenntnisstand ergeben, teilte eine Sprecherin der Bank nach der regulären Sitzung des Volksbank-Aufsichtsrates am Montag mit.Der Erklärung vom 6.August, in dem der Aufsichtsrat Misgeld bereits das uneingeschränkte Vertrauen ausgesprochen hatte, habe man nichts hinzuzufügen, sagte sie.In einer außerordentlichen Sitzung Anfang August hatte der Aufsichtsrat auch ausdrücklich erklärt, er halte an Misgeld in seiner Funktion als Sprecher des Vorstands fest.In einem dritten Punkt war klargestellt worden, daß für den Fall einer Fusion mit der Grundkreditbank nur die Volksbank als aufnehmendes Institut in Frage kommen könne.Bei den von der Grundkreditbank vorangetriebenen Fusionsgesprächen lasse sich das Institut nicht unter Druck setzen.

Bei den Vorwürfen geht es um einen Schaden von rund 130 Mill.DM im Zusammenhang mit zwei Immobilienfonds.Neben Misgeld sind sein Vorgänger Heinz-Dieter Prüske, zwei weitere Volksbank-Manager sowie der ehemalige Vorstandsvorsitzende der nicht mehr bestehenden Bauträgergruppe Euwo, Peter Schiansky, und zwei Mitarbeiter angeklagt.Die Justiz wirft ihnen gemeinschaftlichen Betrug in 655 Fällen vor, wobei den Verantwortlichen auch Untreue zur Last gelegt wird.Sie sollen Anlegern zwischen 1993 und 1995 ohne ausreichende finanzielle Grundlage Miet-, Fertigstellungs- und Festpreisgarantien versprochen haben.Derzeit werden die Fonds mit Nachschüssen der Anleger saniert.

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