Wirtschaft : Aufsichtsrat stärkt Breuer den Rücken und billigt das Ende der Fusionsgespräche

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Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank unterstützt die Vorgehensweise des Vorstands bei den Fusionsgesprächen mit der Dresdner Bank. Vorstandsvorsitzender Rolf E. Breuer habe die Mitglieder des Gremiums mit seinen Erklärungen zum Scheitern des Zusammenschlusses "voll überzeugt", sagte DAG-Vorstand Gerhard Renner im Anschluß an die außerordentliche Sitzung. Drei Stunden lang hatte Breuer dem Aufsichtsrat die Einzelheiten über den Verlauf der Gespräche mit der Dresdner Bank erklärt. Danach seien alle der Überzeugung gewesen, dass nicht der Vorstand der Deutschen Bank die Gespräche abgebrochen hat. "Das war die Dresdner", sagte Renner. Der Aufsichtsrat habe Ausführungen erhalten, denen "ich glauben muss und will". Damit habe sich der Kenntnisstand gebessert. Er gehe nicht davon aus, dass seitens des Aufsichtsrates noch ein Antrag auf Ablösung Breuers gestellt werde.

In Frankfurt (Main) rechnet jetzt niemand mehr damit, dass Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer gedrängt werden könnte, doch noch zurückzutreten. Breuer selbst hatte in der jüngsten Vergangenheit immer wieder betont, dass er keinen Grund für einen Rücktritt sehe, sondern "die Suppe, die wir uns eingebrockt haben", auch selbst auslöffeln wolle. Bereits vor der Sitzung galt die Position von Breuer nach einer Vertrauenserklärung des Vorstandes und des Aufsichtsratsvorsitzenden Hilmar Kopper aus der vergangenen Woche als gesichert. Breuer war unmittelbar nach dem Scheitern der Fusionspläne vor zwei Wochen in die Kritik geraten. Der Zusammenschluss der beiden Frankfurter Geldhäuser zur größten Bank der Welt war am Streit um die Zukunft der Dresdner Investmentsparte Dresdner Kleinwort Benson gescheitert. Unterdessen bestätigte die Deutsche Bank Pläne für einen Abbau von 2000 bis 3000 Stellen im Filialgeschäft der Deutschen Bank 24. Eine Schließung von bis zu 300 Filialen sein bereits vor dem Fusionsvorhaben ins Visier genommen worden.

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