Aufsichtsrat Stephan Weil im Interview : „VW ist auf dem Weg der Besserung“

Im Tagesspiegel-Interview spricht Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil über den Abgas-Skandal und die neue Unternehmenskultur.

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Als Mitglied des Aufsichtsratspräsidiums gehört Stephan Weil zu den wichtigsten Personen im VW-Konzern.
Als Mitglied des Aufsichtsratspräsidiums gehört Stephan Weil zu den wichtigsten Personen im VW-Konzern.Foto: Nigel Treblin/dpa

Herr Weil, wie geht es VW?

Auf dem Weg der Besserung.

Gibt es Belege für diese Einschätzung?

Die jetzt vorgestellten Lösungskonzepte zur Behebung der Stickoxid-Manipulationen sind ein wichtiger Schritt, um das Vertrauen der Kunden zu stabilisieren. Und in diesem Prozess befindet sich das Unternehmen: Schritt für Schritt die Mängel beheben und Vertrauen zurückgewinnen.

Wie ist der aktuelle Stand bei der Aufklärung des Skandals?

Die läuft auf Hochtouren und in absehbarer Zeit sollte es erste Ergebnisse geben. Bis zu einem Abschlussbericht braucht es aber gewiss noch einige Monate. Vertrauen ist der wichtigste Punkt, und dafür brauchen wir eine gründliche Aufklärung: Sorgfalt geht vor Schnelligkeit.

Die zusätzlich aufgetauchten Fälle – keine korrekten CO2-Grenzwerte und fragwürdige Software auch bei Drei-Liter-Motoren in den USA – tragen nicht unbedingt zum Vertrauen bei.

Das hat zwei Seiten. Natürlich ist das bitter, aber bei Krisen dieser Art wird man nach und nach erst schlauer. Die falschen CO2-Werte waren ein echter Rückschlag, doch in der schlechten Nachricht gibt es auch eine gute: Jeder Stein wird umgedreht, und VW hat das selbst entdeckt und sofort kommuniziert.

Wie wirkt sich der Skandal auf Niedersachsen als drittgrößten VW-Aktionär nach den Familien Piëch und Porsche aus?

Wir haben von Anfang an eine klare Furche gezogen und uns für eine intensive Aufklärung eingesetzt. VW ist für die niedersächsische Wirtschaft von überragender Bedeutung. 120 000 Arbeitsplätze hängen direkt an VW, dazu kommen indirekt mit dem Konzern verbundene Beschäftigungen und mit den Familienangehörigen sind das sehr viele Menschen, deren Lebenssituation von VW geprägt wird.

Haben Sie nie die Landesbeteiligung am Konzern infrage gestellt?

Auf gar keinen Fall. Die Beteiligung hat immer Sinn gemacht. Das Land hat nie auf kurzfristige Renditen geschaut und das Land macht sich auch nicht davon, wenn es mal schwierig wird.

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