Wirtschaft : Aufstand der Aufsichtsräte gegen Piëch?

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Berlin Mitglieder des Aufsichtsrats von VW sollen einen Aufstand gegen Ferdinand Piëch vorbereiten. Am kommenden Montag solle der Chef des Gremiums und ehemalige Vorstandsvorsitzende aus dem Amt gedrängt werden, berichtete die „Financial Times Deutschland“ am Freitag unter Berufung auf ein nicht genanntes Aufsichtsratsmitglied. Nach dem Einstieg von Porsche beim Wolfsburger Autokonzern fürchten Aufsichtsräte, dass der Sportwagenhersteller VW künftig dominiert. Piëch kontrolliert als Großaktionär mit seiner Familie den Porsche-Konzern und ist als VW-Großhändler in Salzburg gleichzeitig Geschäftspartner des Wolfsburger Unternehmens.

„Die Interessenkonflikte bei VW nehmen nach dem Einstieg von Porsche zu“, sagte am Freitag Ulrich Hocker, Aktionärsvertreter und Mitglied in der Regierungskommission Corporate Governance, dem Tagesspiegel. „Wir beobachten das kritisch.“ Zu einer Entmachtung Piëchs werde es gleichwohl am Montag nicht kommen. „Das wäre unüblich für das deutsche Aufsichtsratswesen.“ Auch die Arbeitnehmerseite will sich nicht an einem Putsch beteiligen: „Diese Spekulation ist aus der Luft gegriffen“, sagte eine IG-Metall-Sprecherin dieser Zeitung. „Wir stehen dafür nicht zur Verfügung.“ IG-Metall-Chef Jürgen Peters, der VW-Aufsichtsratsvize ist, betonte, die Arbeitnehmerseite sehe keine Veranlassung, Piëch aus dem Amt zu drängen.

Porsche teilte am Freitag mit, man habe sich bereits 18,53 Prozent der VW-Stammaktien gesichert, noch im Oktober werde die Transaktion abgeschlossen. Das Kartellamt billigte den Einstieg. Porsche beansprucht als Großaktionär zwei Sitze im VW-Aufsichtsrat. Als wahrscheinlich gilt, dass der 74-jährige Ex-Aufsichtsratschef Klaus Liesen und Roland Oetker, Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, ihren Posten räumen müssen. mot

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