Wirtschaft : Aufstieg in die erste Liga der Internetdienstleister vorerst vertagt

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Die Berliner Multimedia-Agentur Pixelpark hat auf dem Weg zu einer internationalen Geschäftsausweitung einen deutlichen Rückschlag erlitten. Wie am Donnerstag durch eine Erklärung von Pixelpark bekannt wurde, ist die Übernahme der schwedischen Internet-Unternehmen Cell Network und Mandator in letzter Minute gescheitert, obwohl bereits vor zwei Wochen in Berlin und Stockholm ein Fusionsabkommen geschlossen wurde.

Der Erklärung zufolge sagten die Vertragspartner Cell Network und Mendator die Mitwirkung an der vereinbarten Präsentationstour für die internationalen Investoren völlig überraschend ab, um Neuverhandlungen durchzusetzen. Angesichts des bereits rechtskräftig unterschriebenen Vertrages sei dieses Vorgehen für Pixelpark jedoch "nicht akzeptabel", hieß es weiter. In einer ersten Reaktion äußerte sich Paulus Neef, Vorstandsvorsitzender von Pixelpark: "Wir haben einen rechtskräftig unterschriebenen Vertrag, der nun von Cell Network und Mandator nicht erfüllt worden ist. Wir behalten uns alle rechtlichen Schritte vor." Auf die Erklärung von Pixelpark antwortete Cell Network-Vorstandschef Marcus Bäcklund: "Wir sehen das Zusammengehen mit Pixelpark weiter als die industriell gesehen richtige Lösung an. Aber wir werden uns nun in Deutschland nach einer anderen Lösung umsehen." Möglichen Schadenersatzforderungen von Pixelpark sehe Bäcklund gelassen entgegen.

Nach dem vor knapp einem halben Jahr durchgeführten Gang an den Neuen Markt und der Übernahme der schwedischen Internetunternehmen wollte Pixelpark den ersten Schritt in die Weltliga der Internetindustrie machen. Allein in Europa wären die Berliner zur größten Internet-Unternehmensberatung Europas mit 2300 Mitarbeitern aufgestiegen. Gegenüber Cell Network und Mendator ist Pixelpark das kleinere Unternehmen und schreibt - anders als die Schweden - Verluste. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres (30. Juni) war Pixelpark bei deutlich gestiegenem Umsatz tiefer ins Minus gefallen. Ende Dezember 1999 betrug der Konzernfehlbetrag 8,17 Millionen Euro.

Auf die Ankündigung der gescheiterten Übernahme reagierten die deutschen Börsen heftig. Auf dem Frankfurter Parkett gewann die Pixelpark-Aktie kurzzeitig über 25 Prozent, konnte die Steigerungsrate aber nicht lange halten. Am Nachmittag notierte das Papier dann bei 115 Zählern, einem Plus von rund 13 Punkten gegenüber Mittwoch.

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