Wirtschaft : Auftrag der britischen Armee hilft MAN

Nicole Huss

München - Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN hat im ersten Halbjahr 2005 an Fahrt gewonnen und seine Jahresprognose erhöht. Der Konzern erwartet nun, dass das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel auf „klar über 700 Millionen Euro“ ansteigt. Auch in der angeschlagenen Bogendrucksparte will MAN die Wende schaffen. Die Aktie legte um 3,1 Prozent auf 41,00 Euro zu.

Zu dem guten Halbjahresergebnis trug vor allem ein starkes zweites Quartal bei. Der Auftragseingang stieg um 14 Prozent, der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr von 73 auf 97 Millionen Euro. Das verdankte MAN unter anderem einem Großauftrag des britischen Verteidigungsministeriums für Armee-Lkws.

Obwohl sich alle Konzernbereiche positiv entwickelten, will MAN ein flexibleres Arbeitszeitmodell durchsetzen, um die Kosten gegenüber Wettbewerbern zu drücken. MAN-Chef Hakan Samuelsson sagte, Scania produziere rund 20 Prozent günstiger als MAN. Diese Lücke müsse geschlossen werden. Er deutete an, dass der Kompromiss auf eine Verlängerung der Arbeitszeit hinauslaufen könnte. Mit einer Vereinbarung rechnet er bis zum Jahresende. Bis dahin will der Konzern auch einen Abschluss bei den Verhandlungen über Lkw-Fertigungsstätten in China und Indien erreichen.

Großen Zuwachs verzeichnete MAN auch bei Dieselmotoren. Die angeschlagene Druckmaschinensparte ist ebenfalls auf gutem Weg. Sie wies im ersten Halbjahr zwar einen Verlust von sieben Millionen Euro (Vorjahr: minus 24 Millionen Euro) aus. Doch im Gesamtjahr will MAN die defizitäre Sparte in die schwarzen Zahlen bringen. MAN hatte zuletzt das Werk Geisenheim geschlossen und für die Standorte Offenbach und Mainhausen längere Arbeitszeiten durchgesetzt.

MAN erklärte darüber hinaus, dass der zu Jahresbeginn gestartete Verkauf von Randbereichen so gut wie abgeschlossen sei. Noch am Donnerstagabend wollte der Konzern den geplanten Verkauf seiner Beteiligung an den Schwäbischen Hüttenwerken (SHW) an den Finanzinvestor Nordwind Capital bekannt geben. Der Verkaufspreis für den Autozulieferer soll bei mehr als 100 Millionen Euro liegen.

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