Wirtschaft : Auftragseingänge der US-Industrie steigen erneut

Die Aufträge der US-Industrie sind im Dezember 2001 zum zweiten Mal in drei Monaten gestiegen. Der Zuwachs betrug 1,2 Prozent, teilte das Handelsministerium am Dienstag in Washington mit. Nach einer Verringerung von 4,3 Prozent im November war damit gerechnet worden, dass sich die Auftragsbücher wieder stärker füllen würden. Fachleute sahen darin nach dem überraschenden Wachstum der US-Wirtschaft um 0,2 Prozent im vierten Quartal ein weiteres Zeichen für einen beginnenden Aufschwung. "Wir sind in der verarbeitenden Industrie nahe an der Talsohle, wenn nicht schon dort", sagte der Chefökonom des Unternehmens ABN Amro, Steven Ricchiutto, der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg.

Im gesamten vergangenen Jahr gingen die Aufträge um 8,5 Prozent zurück. Das war das schlechteste Resultat seit dem Beginn vergleichbarer Statistiken im Jahr 1992. Die Wirtschaft sank im März in die Rezession ab.

Während es in den USA aufwärts geht, muss die deutsche Industrie nach Einschätzung des unternehmernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in diesem Jahr mit einer Stagnation ihres Produktionsvolumens rechnen. Darauf deuteten unter anderem die Bestellungen hin, die allein im Oktober und im November um fast neun Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen hätten, berichteten die Wirtschaftsforscher am Dienstag in Köln.

Die Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe könne sogar noch schlechter ausfallen, wenn eine zügige Erholung der globalen Konjunktur ausbleibe, betonten die Experten. Denn die deutschen Industriebetriebe erzielten mittlerweile mehr als 37 Prozent ihres Umsatzes aus der Inlandsproduktion jenseits der heimischen Grenzen.

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