Wirtschaft : Auftragsflaute zwingt Siemens zu scharfem Sparkurs

Umsatz bricht im ersten Quartal um 14 Prozent ein

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Berlin (msh). Der SiemensKonzern hat nach einem Rückgang von Umsatz und Aufträgen im vergangenen Quartal weitere Sparmaßnahmen angekündigt. „Unser konjunkturelles Umfeld ist schwierig und wird sich im laufenden Jahr nicht wesentlich aufhellen“, sagte Konzernchef Heinrich von Pierer. Die Investitionszurückhaltung in den für Siemens wichtigen Märkten halte an. Um den Gewinn stabil zu halten, müsse Siemens bereits eingeleitete Maßnahmen zur Kostensenkung ausweiten, sagte von Pierer. Besonders in Problemsparten wie der Netzwerktechnik könnte dies einen weiteren Personalabbau bedeuten. Von Pierer kündigte an, die Kosten im Konzern weiter zu senken. Bis 2006 sollen in der Datenverarbeitung, bei Reisekosten und in der Weiterbildung eine Milliarde Euro eingespart werden.

Eine konkrete Prognose für 2003 wollte der Siemens-Chef nicht abgegeben. Die Folgen des Irak-Krieges und der Lungenkrankheit Sars seien noch nicht abzusehen. Im vergangenen Quartal ging der Umsatz von Siemens um 14 Prozent auf 18,23 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal zurück. Ein Teil des Umsatzrückgangs geht dabei auf das Konto des schwachen Dollarkurses, der nach Angaben von Pierers rund acht Prozent der Einbußen ausmachte. Der Gewinn nach Steuern sank von 1,28 Milliarden Euro auf 568 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte der Verkauf von Infineon-Aktien einen Sonderertrag von 604 Millionen Euro gebracht. Mit seinem Ergebnis lag Siemens besser, als von den Finanzmärkten erwartet. Die Aktie konnte zunächst zulegen, gab aber zum Schluss um 0,3 Prozent auf 43,60 Euro nach.

Besonders betroffen von der Flaute ist die Netzwerksparte ICN, in der Telefontechnik, die Handy-Produktion und IT-Diensleistungen zusammengefasst sind. Der Umsatz von ICN brach um 37 Prozent auf 2,65 Milliarden Euro ein. Der Vorsteuerverlust verringerte sich leicht von 158 auf 147 Millionen Euro. Im vergangenen Quartal verkaufte Siemens mit acht Millionen Handys rund 300 000 weniger als im Vorjahr. Zu den Gewinnbringern gehört nach wie vor die Energieerzeugung, die einen Gewinn von 262 Millionen Euro machte. Allerdings leidet die Sparte unter der nachlassenden Nachfrage aus den USA, wo es zuvor wegen eines Energieengpasses einen Boom gegeben hatte. Die Aufträge gingen um 35 Prozent auf 2,21 Milliarden Euro zurück.

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