Wirtschaft : Auftragsrekord bei Airbus Industries

PARIS .Mit dem größten Auftragsbestand seiner knapp 30jährigen Geschichte steuert der europäische Flugzeug-Hersteller Airbus Industrie seine Neuordnung an.Rund 550 Festaufträge verbuchte das Konsortium im vergangenen Jahr.Es erreichte damit nicht nur ein neues Rekordjahr (1997: 460 Festaufträge), sondern kam auch seinem Ziel näher, die Hälfte des Weltmarktes für Zivilflugzeuge über 100 Plätze zu kontrollieren.Noch vor der offiziellen Bekanntgabe der Zahlen am Montag sagte Airbus-Chef Noel Forgeard Ende des vergangenen Jahres: "Mit 1300 noch auszuliefernden Flugzeugen im Wert von gut 92 Mrd.Dollar haben wir ein gutes Polster."

Der weltweit zweitgrößte Zivilflugzeug-Hersteller blickt damit gelassener in die Zukunft als der US-Rivale Boeing.Der kann für 1998 zwar eine 15prozentige Steigerung der Neuaufträge auf 656 Verkehrsflugzeuge verbuchen, leidet aber im Gegensatz zu Airbus arg unter der Asienkrise.Während Airbus die Zahl seiner 140 000 Mitarbeiter aufstocken will, hat Boeing vor kurzem die Entlassung von 48 000 seiner 233 000 Mitarbeiter angekündigt.Die Zeit ist vorbei, als Pessimisten Airbus das baldige Aus prophezeiten.Die Milliarden, mit denen die Regierungen der vier Partner-Staaten das Unternehmen subventionierten, sind weitgehend zurückgezahlt.Am vergangenen Freitag hatte der deutsche Luft- und Raumfahrt-Konzern Dasa dem Bund mit 1,75 Mrd.DM (894 Mill.Euro) die letzte Rate der insgesamt 3,6 Mrd.DM erhaltenen Subventionen zurückerstattet.Die DaimlerChrysler Aerospace AG (Dasa), München, hatte damit eines der Hindernisse zur Umwandlung des Konsortiums in eine privatwirtschaftlich organisierte Kapitalgesellschaft beseitigt.

Doch andere Hindernisse sind zu bewältigen: Während Airbus wirtschaftlich und technisch so gut wie nie zuvor dasteht, trübt die Debatte um die Umwandlung die Zukunftserwartungen.Die Airbus-Partner Aerospatiale, Frankreich, British Aerospace (BAe), Großbritannien, Dasa und die spanische Casa sind bei ihren Planungen in Verzug.Die ursprünglich für den 1.Januar geplante Airbus-Neuordnung war angesichts von Differenzen auf die Jahrtausendwende verschoben worden.Zu den Streitpunkten gehört neben der Bewertung der Anlagen auch die Frage des künftigen Standortes für den Super-Airbus A3XX.Kandidat ist auch der Airbus-Standort Hamburg, der sich trotz drohender Umweltklagen in Konkurrenz zu Toulouse, St.-Nazaire, Sevilla und Rostock Chancen ausrechnet.

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