Wirtschaft : Aufwärtstrend in Asien

Börsen erholen sich / Finanzier Soros warnt vor "Flächenbrand"

JAKARTA / SINGAPUR (AFP).Das offenkundige Bekenntnis Indonesiens zu den anstehenden Wirtschaftsreformen hat den Finanzmärkten in Südostasien am Mittwoch weiter Auftrieb gegeben.Die Kurse fast aller Währungen in der Region stiegen gegenüber dem Dollar, allen voran die indonesische Rupie mit plus 12,5 Prozent.Auch die Aktienbörsen legten kräftig zu.Die europäischen Börsen schlossen sich der Entwicklung nur verhalten an.Unabhängig voneinander hatten der Generaldirektor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Michel Camdessus, und Vize-US-Finanzminister Lawrence Summers erklärt, die Krise in Asien sei zu meistern.Camdessus will heute über das IWF-Reformpaket mit Indonesiens Präsident Suharto verhandeln. Er selbst werde in der Nacht letzte Hand an die ausgearbeitete Absichtserklärung zur Umsetzung der Reformen legen, sagte Camdessus, der die indonesische Führung dazu bringen will, die überfälligen Reformen zu beschleunigen.Summers sagte in Bangkok, die südostasiatische Finanzkrise habe für die USA höchste Priorität.US-Verteidigungsminister William Cohen erklärte im Anschluß an ein Gespräch mit Suharto, dieser habe sich erneut zu "konstruktiver Zusammenarbeit" verpflichtet.Nach den optimistischen Erklärungen der internationalen Delegationen stießen die großen US-Investmenthäuser langfristige Dollarposten ab.Andere große Anleger folgten ihrem Beispiel.Daraufhin gewannen die seit Monaten bröckelnden Währungen der Tigerstaaten an Boden.Der malaysische Ringgit, der thailändische Baht und der südkoreanische Won legten gegenüber dem Dollar um rund sechs Prozent zu. Aufbruchstimmung herrschte an den Wertpapierbörsen.Der Nikkei-Index in Tokio schloß mit einem Plus von 2,5 Prozent bei 15 121,98 Punkten.Die Börsen in Hongkong und Singapur legten um 5,8 und 7,5 Prozent zu.In Kuala Lumpur stiegen die Aktienkurse um 6,5 Prozent, in Bangkok um 5,4 Prozent sowie in Jakarta um 4,9 Prozent und in Seoul um 2,5 Prozent.Dennoch dämpften Beobachter die Hoffnung auf ein Wunder.Der internationale Finanzier George Soros warnte vor einem "Flächenbrand".Die Entwicklungen in Asien hätten das Zeug dazu, das Welthandelssystem zu zerstören, sagte er der Wochenzeitung "Die Zeit".Schon jetzt sei die Lage in China prekär und ein Übergreifen der Krise auf Lateinamerika nicht auszuschließen.

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