Wirtschaft : Auktion für Springer-Paket

Anteile von Leo Kirch am Medienverlag werden versteigert

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Düsseldorf (mv/HB). Die Deutsche Bank versteigert heute den 40-prozentigen Anteil des Medienunternehmers Leo Kirch am Axel Springer Verlag. Das Institut übt mit der Versteigerung sein Pfandrecht an dem Aktienpaket aus, mit dem ein Kredit von 735 Millionen Euro an Leo Kirch abgesichert ist.

Den Zuschlag wird voraussichtlich die Deutsche Bank selbst erhalten, denn am Finanzplatz Frankfurt rechnet niemand damit, dass andere Interessenten mitbieten werden. Dies sei der „wahrscheinliche Fall“, kommentierte Ronald Weichert, Sprecher der Großbank. Die bislang einmalige Versteigerung eines Aktienpakets an einem Unternehmen ist mit dem Springer Verlag abgesprochen. Die Aktien sind vinkulierte nsaktien, die nur mit Zustimmung des Vorstandes verkauft werden können. Der Verkauf an die Deutsche Bank gäbe Springer Zeit für weitere Verhandlungen mit dem Schweizer Großverlag Ringier über dessen möglichen Einstieg in das Medienunternehmen.

Die Auktion hätte mit einem Insolvenzantrag für die Print-Beteiligung, in der die Springer-Anteile liegen, in letzter Minute verhindern werden können. Durch einen solchen Antrag wäre nach Einschätzung aus Kirch-Kreisen erst einmal der Insolvenzverwalter am Zug, der dann einen Käufer für das Paket präsentieren könnte. Kirch wird nach Angaben eines Unternehmenssprechers aber doch keinen Insolvenzantrag stellen. Bis Montag rechnete man aber bei der Deutschen Bank dennoch mit solchen Störmanövern aus München.  Dies könnte zumindest „eine Verzögerung“ bedeuten, sagte Weichert. 

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