Wirtschaft : Aus 28 Milliarden werden 28 Millionen Dollar Strafe für den Tabakkonzern erheblich reduziert

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New York (kk/HB). Ein USGericht in Los Angeles hat die Strafe für den US-Tabakkonzern Philip Morris Cos. von 28 Milliarden Dollar auf 28 Millionen Dollar reduziert. Der Richter Warren Ettinger bezeichnete die Höhe des Strafschadenzusatzes als „juristisch übertrieben“. Es war die höchste Summe, die je einem Kläger in einer Einzelklage zugesprochen wurde. Ein Geschworenengericht hatte der krebskranken Raucherin Betty Bullock die Rekordsumme im Oktober zugesprochen. Der Schadenersatz für wirtschaftliche und psychologische Schäden der 64-Jährigen lag bei nur 850 000 Dollar, der Rest der Summe sollte als Strafschadenzusatz (Punitive Damage) gezahlt werden – ein Instrument, das im US-Recht den Angeklagten über den Schadenersatz hinaus bestrafen soll. Er fiel im Oktober 38000 mal so hoch aus wie der eigentliche Schadenersatz.

Philip Morris hatte die Summe als absurd bezeichnet und einen neuen Prozess verlangt. Das Gericht hat stattdessen die Summe reduziert. Der Tabakkonzern hat bereits weitere rechtliche Schritte angekündigt. Der Strafschadenzusatz sei noch immer 33 mal so hoch wie der Schadensersatz. Normal sei nach Angaben des Unternehmens ein Verhältnis von eins zu vier.

Der Richter sagte jedoch, die 28 Millionen Dollar seien unter den gegebenen Umständen angemessen. Er folgte der Entscheidung der Geschworenen vom Oktober, wonach der Tabakkonzern zumindest zum Teil für die Krebserkrankung von Bullock verantwortlich sei. Die Frau hatte im Alter von 17 Jahren angefangen zu rauchen. Im vergangenen Jahr wurden bei ihr Lungen- und Leberkrebs diagnostiziert.

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