Wirtschaft : Aus Alt mach Neu

PETER HEIN

Wenn man so will, dann sind Spin-offs eine Abwandlung von einer Neuemission, denn sie haben viel mit ihnen gemeinsam.Allgemein gesagt, ist ein Spin-off die Abspaltungen einer ganzen Geschäftssparte oder einzelner Unternehmensteile vom Mutterunternehmen.Wenn es sich um bereits rechtlich eigenständige Unternehmen handelt, geschieht dies durch Ausgliederung.

Eine Neugründung wird erforderlich, wenn mehrere ausgegliederte Bereiche unter einem Dach zusammengefaßt werden sollen oder bislang nicht als eigenes Unternehmen geführt wurden.Klassischerweise schließt sich an die Ausgliederung der Börsengang an.Oft ist es sogar das eigentliche Motiv bei den juristischen Vorarbeiten.Nicht immer entstammen Spin-offs nämlich einem gewerblich orientierten Unternehmen.

Die Firma Aixtron zum Beispiel, einer der Überflieger am Neuen Markt, hat ihren Ursprung an der Technischen Hochschule Aachen.Um Geschäft und öffentlichen Auftrag auseinanderhalten zu können, entschlossen sich die beteiligten Professoren und ihre Mitarbeiter, ein eigenes Unternehmen zu gründen - mit Erfolg.Andersrum ist es auch möglich, daß ein Konzern ein Unternehmen an der Börse komplett aufkauft und nach ein paar Jahren wieder breit bei den Anlegern plaziert.Auch dann muß der Spin-off aber die gleiche Prozedur durchlaufen wie jede andere Neuemission auch.Die Eigner müssen einen Zulassungsantrag bei der Börse stellen und sich eine Bank suchen, die die Emission begleitet.Auch muß vor dem Börsengang darüber entschieden werden, in welches Marktsegment die Aktie eingeführt werden soll.Sind diese Formalitäten erledigt, muß ein Emissionsprospekt erstellt werden.Der Prospekt ist wie bei jeder Emission Vertragsgrundlage für Anleger und Emittent.Darin werden unter anderem die Geschäftsaussichten, mögliche Risiken und die aktuellen Geschäftszahlen aufgeführt.Für die Richtigkeit der Angaben haften sowohl der Emittent als auch die Emissionsbank.Auch wenn das Unternehmen bereits in der Konzernbilanz seiner Mutter aufgetaucht und damit geprüft wurde, checken Wirtschaftsprüfer seine Bücher durch.

Im nächsten Schritt geht es darum, die Werbetrommel zu rühren.Auf Pressekonferenzen stellt sich das Unternehmen den Journalisten und der Öffentlichkeit vor.In einer sogenannten Road-Show präsentiert es sich vor Bank-Analysten und institutionellen Anlegern im In- und Ausland.Das Ziel der Aktionen: Das Unternehmen soll sich einen Namen bei den Anlegern machen, damit der Verkauf der Aktien reibungslos über die Bühne geht.Parallel dazu wird das Verkaufsangebot mit dem Emissionsprospekt veröffentlicht und das Bookbuilding-Verfahren eingeleitet, im Rahmen dessen die Anleger innerhalb einer Preisspanne ihre Kaufangebote abgeben können.

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