Wirtschaft : Aus den Unternehmen: EU bestraft Daimler-Chrysler und weitere Meldungen

weitere Meldungen

Neuer Schlag von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti gegen die Automobilbranche: Daimler-Chrysler soll jahrelang preiswerte Re-Importe behindert und damit gegen die Binnenmarkt-Gesetze der EU verstoßen haben. 30 Monate lang hatten Montis Mitarbeiter ermittelt. Jetzt hat der EU-Kommissar den Fall abgeschlossen. Am 10. Oktober will Monti die Entscheidung verkünden. Im Entwurf ist von zwei schweren und zwei mittelschweren Verstößen gegen den Grundsatz des freien Warenverkehrs die Rede. Kartellrechtsexperten erwarten ein millionenschweres Bußgeld. (sce/HB)

Enitel zahlungsunfähig

Der zweitgrößte norwegische Telekommunikationskonzern Enitel AS hat am Montag in Oslo seine Zahlungsunfähigkeit erklärt. Das Unternehmen ist mit 2,9 Milliarden Kronen (360 Millionen Euro) überschuldet. Als Hintergrund für die wahrscheinlich größte Firmeninsolvenz der norwegischen Geschichte gilt der Kauf einer Tochter des schwedischen Telekommunikationskonzerns Telia sowie einer UMTS-Lizenz im eigenen Land. Enitel hatte Ende des vergangenen Jahres 534 Beschäftigte und setzte eine Milliarde Kronen um. Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben einen Marktanteil von elf Prozent bei Internetnutzern und fünf Prozent im Telefonmarkt. dpa

Vodafone kauft bei JT zu

Der Mobilfunkkonzern Vodafone will seinen Anteil an dem japanischen Telekomanbieter Japan Telecom (JT) nach Berichten aus London um 21,7 Prozent auf 45 Prozent erhöhen. Der Wert der zusätzlichen Beteiligung wurde mit 1,8 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) angegeben. Mit der Aufstockung auf 45 Prozent würde Vodafone nach japanischem Recht die "effektive Kontrolle" über JT erhalten. dpa

Vulkan-Manager vor Gericht

Vier Manager des ehemaligen Bremer Vulkan Werftverbundes müssen damit rechnen, zu millionenschweren Schadensersatzzahlungen herangezogen zu werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat anders lautende Urteile aus Bremen aufgehoben und den Rechtsstreit zurück an das Oberlandesgericht Bremen verwiesen. Die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) verlangt von den vier ehemaligen Top-Managern jeweils 9,7 Millionen Mark. Der Vorwurf: Vulkan soll im Zuge der Privatisierung einstiger DDR-Werften Beihilfen der EU für den Gesamtkonzern genutzt haben, obwohl die Millionen ausschließlich für die Ostwerften bestimmt waren. dpa

SAS-Aufsichtsrat tritt zurück

Der Aufsichtsrat der skandinavischen Fluggesellschaft SAS tritt wegen einer von der EU-Kommission verhängten Kartellstrafe zurück. Das Gremium zieht damit die Konsequenz aus einem internen Untersuchungsbericht. Darin wird der Aufsichtsrat zwar von dem Vorwurf der aktiven Beteiligung und Mitwisserschaft frei gesprochen, gleichzeitig aber wegen Passivität nach Bekanntwerden illegaler Marktabsprachen mit dem dänischen Konkurrenten Märsk Air kritisiert. Die EU-Kommission hatte im Juli einen Bußgeldbescheid über 500 Millionen Kronen (66,3 Millionen Euro) gegen SAS und Märsk Air wegen geheimer Absprachen verhängt. dpa

Staatsanwalt ermittelt

Trotz Entlassung aus der Untersuchungshaft besteht gegen einen Rechtsanwalt weiter dringender Tatverdacht wegen Beihilfe zur Untreue und versuchter Erpressung im Zusammenhang mit dem Skandal um die Bankgesellschaft Berlin. Die Staatsanwaltschaft werde die Ermittlungen gegen den 43-jährigen Stefan D. zügig abschließen, teilte Justizsprecherin Anja Teschner am Montag mit. Der Beschuldigte war gegen Zahlung einer Kaution von 100 000 Mark am Freitag auf freien Fuß gesetzt worden. Gleichzeitig wurden Meldeauflagen erteilt. Aus Sicht des Anwalts Dieter Graefe sind die Vorwürfe unbegründet. dpa

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