Aus der Krise : Euro-Zone erfreut deutsche Exporteure

Die deutschen Unternehmen profitieren vom Ende der Krise in der Euro-Zone. Gleichzeitig wachsen die Importe aber deutlich stärker.

Tor zur Welt. Vom Hamburger Hafen aus gehen viele Produkte auf große Fahrt.
Tor zur Welt. Vom Hamburger Hafen aus gehen viele Produkte auf große Fahrt.Foto: dpa

Die deutschen Exporteure profitieren von der wirtschaftlichen Erholung auf ihrem Hauptabsatzmarkt Europa. Ihr Umsatz stieg dadurch im Januar mit 2,2 Prozent zum Vormonat so kräftig wie seit anderthalb Jahren nicht mehr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Während sich selbst die Nachfrage aus den lange krisengeplagten Euro-Ländern belebt, schrumpften hingegen die Ausfuhren nach Übersee – wohl auch wegen der Währungsturbulenzen in großen Schwellenländern wie Indien und Brasilien.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet nach einem schwachen 2013 ein Exportwachstum von 4,5 Prozent. „Auch wenn derzeit die Krim-Krise dunkle Wolken in die Weltwirtschaft bringt, bleiben die anderen Indikatoren auf Kurs“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. „Der Euro hat ein Niveau, mit dem die deutschen Exporteure gut zurechtkommen, die europäische Konjunktur hat Fuß gefasst und die US-Wirtschaft legt ein höheres Wachstumstempo hin.“ Acht der zehn größten Abnehmerländer für Waren „Made in Germany“ kommen aus Europa, die USA sind zweitwichtigster Kunde nach Frankreich.

Handelsbilanzüberschuss fällt kleiner aus

Die Unternehmen verkauften im Januar insgesamt Waren im Wert von 90,7 Milliarden Euro ins Ausland und damit 2,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Besonders stark legten die Exporte in die Nicht-Euro-Länder der EU zu, zu denen etwa Polen oder Großbritannien gehören. Hier gab es ein Plus von 9,1 Prozent. Die Ausfuhren in die Euro-Zone stiegen mit 3,2 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich, die Exporte außerhalb der EU-Länder schrumpften dagegen um 0,4 Prozent.

Die Importe wuchsen mit 4,1 Prozent zum Vormonat fast doppelt so stark wie die Exporte – so deutlich wie seit Mai 2012 nicht mehr. „Das ist ein gutes Zeichen für die Binnenkonjunktur und zeigt, dass sich der Aufschwung in Deutschland fortsetzt“, sagte BayernLB-Ökonom Stefan Kipar. Der Handelsüberschuss – die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren – fiel mit saison- und kalenderbereinigten 17,2 Milliarden Euro kleiner aus als erwartet.

Die EU-Kommission hatte Deutschland erst vergangene Woche wieder für seine hohen Exportüberschüsse gerügt. Sie gelten den Wettbewerbshütern als mitverantwortlich für Ungleichgewichte in der Währungsunion. Da auch Industrieaufträge und die Produktion überraschend kräftig zugelegt hatten, rechnen Ökonomen nun mit einem deutlich schnelleren Wirtschaftswachstum im ersten Quartal. rtr

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