Aus eins mach zwei : Google-Gründer zementieren ihre Macht mit Aktiencoup

Google hat im ersten Quartal einen Gewinnsprung hingelegt. Larry Page und Sergej Brin wissen um den Wert des Unternehmens - und wollen ihren Einfluss schützen.

Mehr Interesse von Aktionären erhofft sich Google unter anderem durch den Split des Papiers.
Mehr Interesse von Aktionären erhofft sich Google unter anderem durch den Split des Papiers.Foto: Reuters

Googles Gründerduo sichert seine Macht im Internetkonzern. Larry Page und Sergej Brin wollen mit einer neuen Aktienstruktur dafür sorgen, dass sie auch künftig das Sagen haben.

„Unsere Herzen hängen an Google“, schrieben sie in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an die Aktionäre. Mit der neuen Struktur solle sichergestellt werden, dass sie ihre Visionen auch umsetzen könnten. „Wir haben entschieden, dass die Bewahrung des gründerbasierten Ansatzes im besten Interesse von Google ist.“

Der Plan: Die bisherige Google-Aktie wird de facto geteilt. Alle Anteilseigner erhalten zusätzlich zu ihrer stimmberechtigten eine stimmrechtslose Aktie, die genauso gehandelt werden kann wie ihr „großer Bruder“. Der Vorteil für Google liegt darin, dass künftig etwa die Bonusausschüttungen an Mitarbeiter oder die Bezahlung von Übernahmen mittels dieser stimmrechtslosen Aktien passieren können.

Kuriose Google-Maps Schnappschüsse
Hat hier jeder Kampfjet seinen Parkplatz vor einem Einfamilienhaus? Gesehen auf einem Bundeswehr-Areal in In Schleswig-Holstein.Weitere Bilder anzeigen
1 von 22Foto: Google Maps
24.11.2011 13:15Hat hier jeder Kampfjet seinen Parkplatz vor einem Einfamilienhaus? Gesehen auf einem Bundeswehr-Areal in In Schleswig-Holstein.

Die Macht im Unternehmen, die durch die Stimmrechte ausgeübt wird, würde sich dabei nicht verschieben. Ein Nebeneffekt ist, dass die Aktie bei einem sogenannten Split optisch günstiger aussieht und mehr Käufer anlocken könnte. Momentan kostet ein einzelnes Papier satte 650 Dollar.

Insgesamt ist Google etwa 212 Milliarden Dollar (161 Milliarden Euro) an der Börse wert. Alleine die Firmenkasse ist nach letztem Stand mit 49,3 Milliarden Dollar gefüllt. Nur wenige Firmen - darunter Apple - sind flüssiger.

Der Plan für den Aktiensplit ist bereits vom Verwaltungsrat abgesegnet worden. Nun muss er noch die Hauptversammlung passieren, die für den 21. Juni angesetzt ist.

Die besten Schnappschüsse von Google Street View
Gefragt nach seiner Adresse, antwortete der Bewohner: "Dritter Laternenpfahl links".Weitere Bilder anzeigen
1 von 48Foto: Google Streetview
07.11.2011 13:09Gefragt nach seiner Adresse, antwortete der Bewohner: "Dritter Laternenpfahl links".

„Angesichts der Tatsache, dass Larry, Sergej und Eric die Mehrheit der Stimmrechte kontrollieren und dieses Vorhaben unterstützen, rechnen wir damit, dass es durchgeht“, sagte Chefjustiziar David Drummond. Mit Eric ist Eric Schmidt gemeint, der langjährige Konzernchef und jetzige Verwaltungsratsvorsitzende. Er hatte als Teil seiner Vergütung große Aktienpakete bekommen.

Page und Brin hatten Google 1998 gegründet, 2001 übertrugen sie die Führung an den erfahrenen Manager Schmidt. Der machte aus dem rasant wachsenden Suchmaschinen-Anbieter eine Gelddruckmaschine. Im ersten Quartal 2012 strich der Konzern einen Gewinn von 2,9 Milliarden Dollar ein - das sind 61 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dieses Kunststück gelang, obwohl das Unternehmen kräftig in neue Produkte und Mitarbeiter investiert hat. Ende März arbeiteten knapp 33.100 Menschen für Google und damit 600 mehr als zum Jahreswechsel.

„Google hatte ein weiteres großartiges Quartal“, erklärte Page, der im vergangenen Jahr wieder die Konzernführung übernommen hatte, am Firmensitz im kalifornischen Mountain View. Die „großen Wetten“ auf das mobile Betriebssystem Android, den Browser Chrome oder die Videoplattform Youtube hätten sich ausgezahlt.

Der Umsatz stieg um 24 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar - es ist das zweite Mal nach dem Schlussquartal 2011, dass Google einen zweistelligen Milliardenumsatz erwirtschaftete. Der Großteil der Einnahmen stammte dabei wie gehabt aus der Werbung im Umfeld der Suchmaschine. Google ist hier Marktführer.

Googles Anzeigen wurden im ersten Quartal 39 Prozent häufiger angeklickt als im Vorjahreszeitraum, gleichzeitig sanken die Einnahmen pro Klick allerdings um zwölf Prozent. Im vergangenen Quartal hatte der gleiche Effekt die Anleger verärgert. „Unser Geschäft ist sehr gesund“, versicherte nun Finanzchef Patrick Pichette. Die Aktie legte nachbörslich leicht zu.

Zu Googles großen Rivalen bei Online-Werbung gehören Microsoft mit seiner Suchmaschine Bing und das verbündete Internet-Urgestein Yahoo. Auch das Online-Netzwerk Facebook hat sich bereits einen soliden Teil des Werbekuchens gesichert. (dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben