Wirtschaft : Aus Leipzig wird Stuttgart

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Von Alfons Frese

„Ein Leuchtturm der Hoffnung“? Das Bild des Bundeskanzlers für das neue Leipziger Porsche-Werk ist zwar ziemlich schief. Aber Gerhard Schröder liegt richtig. Die Region um Leipzig und Dresden hat mit der Eröffnung der Autofabrik einen weiteren Schritt Richtung Stuttgart gemacht. So wie die Schwaben seit Jahrzehnten von der Autoindustrie profitieren, so werden die Sachsen in den kommenden Jahrzehnten profitieren. VW ist in Mosel und Dresden, Porsche und BMW in Leipzig, und drumherum siedeln sich die Zulieferer an. Nicht weit entfernt, in Thüringen montiert Opel Autos und baut Daimler-Chrysler gerade gemeinsam mit Mitsubishi ein Motorenwerk. Was zieht die Konzerne nach Ostdeutschland? Zum einen die industrielle Tradition in der Region inklusiver guter Arbeitskräfte, zum anderen die – im Vergleich zum Westen – günstigen Herstellungsbedingungen mit längeren und flexibleren Arbeitszeiten sowie niedrigeren Löhnen. Der Aufbau Ost findet in der Autoindustrie statt. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking bekennt sich zum Standort: Für die Autos seines Unternehmens sei das Made in Germany unverändert wichtig. Die Investition in ein neues Produkt und eine neue Fabrik sind dabei gar nicht mal so risikoreich. Der Markt für Geländewagen wächst stetig, und Porsche wird mit dem Cayenne nicht weniger Erfolg haben als Mercedes mit der M-Klasse und BMW mit dem X5. Aber so langsam wird es eng. Demnächst kommt auch noch VW mit einem Geländewagen. Hoffentlich gibt es genug Vermögende, die die teuren Autos kaufen. Und wenn nicht in Ostdeutschland, dann in Asien und Amerika.

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