Wirtschaft : Ausbau der Mikrotechnologie

BERLIN (U.H.).Die Mikrosystemtechnik gilt als eine der Schlüsseltechnologien des 21.Jahrhunderts.Handy und Airbag beispielsweise wäre ohne entsprechende Entwicklungen auf diesem Gebiet nicht möglich gewesen.Während die Produkte selbst kleiner und leichter werden, soll der Wirtschaftszweig in Berlin kräftig wachsen.Heute nimmt die Hauptstadt eine vordere Position hinter Bayern und Baden-Württemberg ein: Rund 400 Firmen mit etwa 13 000 Mitarbeitern fertigen hier bereits mikrosystemtechnische Komponenten und Produkte, 29 Anträge für Neugründungen gab es 1997.Die Frage, wie es noch mehr werden könnten, stand im Mittelpunkt des "Forschungspolitischen Dialogs", der am Montag mit rund 60 Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik stattfand.

Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es, die "reiche Forschungslandschaft Berlins mit der Industrie zusammenzubringen", wie es Hanns-Jürgen Lichtfuß, Chef der "Technologiestiftung Innovationszentrum Berlin" formulierte.Die Technologiestiftung war mit der Senatswissenschaftsverwaltung, "Partner für Berlin" und dem Veranstaltungsforum der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck einer der Initiatoren dieses mittlerweile zum sechsten Mal stattfindenden Dialogs.

Positiv wurde der Vorschlag Herbert Reichls, Sprecher des Interdisziplinären Forschungsverbundes Mikrosystemtechnik, aufgenommen, ein Zentrum für Mikrotechnologie zu gründen, in dem Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten sollen.Berlin soll dadurch "in die Champions-Liga der Spitzentechnologien aufsteigen", sagte Reichl.Wie wichtig eine reiche Forschungslandschaft für Firmenansiedlungen ist, zeigt das Beispiel des Unternehmens "Advanced Photonic Systems", das in Adlershof Diodenlaser herstellt: "Hätten wir auf eine verkehrsgünstige Lage geachtet, wären wir nach Frankfurt gegangen, hätten wir nach Fördergeldern geschielt, würden wir jetzt in NRW produzieren.Doch von der Infrastruktur im Forschungsbereich ist Berlin die beste Wahl", sagte der Geschäftsführer Wilfried Bauer.Bauers Firma kann theoretisch mit 22 Forschungseinrichtungen in Berlin kooperieren.1350 Mitarbeiter entwickeln hier neue Komponenten, beispielsweise für noch kleinere Handys, die man irgendwann wie eine Uhr am Arm tragen kann.

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