Wirtschaft : Ausbildung statt Warteschleife

Senat plant Maßnahmen gegen Fachkräftemangel

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Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen in Berlin sind bei der Personalentwicklung oft schlecht auf die Zukunft vorbereitet. Wie Arbeitssenatorin Carola Bluhm (Linke) am Dienstag sagte, gehen viele von ihnen das Problem der Nachwuchssicherung nicht ausreichend an. Umfragen hätten ergeben, dass sie nicht genügend ausbildeten und auf die Weiterqualifizierung der Mitarbeiter setzten. Der Senat hat gestern den „Berliner Masterplan Qualifizierung“ beschlossen, mit dem dem drohenden Fachkräftemangel begegnet werden soll. Der Masterplan soll gemeinsam mit den Kammern, der Regionaldirektion für Arbeit, den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg und dem Deutschen Gewerkschaftsbund umgesetzt werden. Studien gehen davon aus, dass im Jahr 2030 in der Region bis zu 460 000 Fachkräfte fehlen könnten, wenn jetzt keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Laut Bluhm sollen größere Anstrengungen unternommen werden, um mehr Jugendliche in die passende Ausbildung zu bekommen. Vor allem müsse die Abbrecherquote gesenkt werden, die nach Angaben der Unternehmensverbände mit 28 Prozent in Berlin überdurchschnittlich hoch sei. Zu diesem Zweck sollen etwa ehrenamtliche Mentoren Jugendliche bei Problemen in der Ausbildung begleiten. Außerdem soll mehr darauf geachtet werden, dass Jugendliche direkt eine betrieblichen Ausbildung machen, als dass sie weiter berufsvorbereitende Warteschleifen absolvieren. Qualifizierungen sollten im Betrieb stattfinden.

Bluhm geht davon aus, dass durch den künftigen Großflughafen BBI rund 73 000 Jobs in der Region entstehen können. Insbesondere junge Frauen wolle man fördern, um sie für die technischen oder Ingenieursberufe zu gewinnen. Zudem will Berlin auch darauf dringen, dass Hochschulen sich auch für Praktiker ohne Abitur öffnen. Sigrid Kneist

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