Ausblick : Weniger Arbeit und Investitionen

Vorsichtiger Ausblick der Wirtschaftsverbände: Die meisten deutschen Wirtschaftsbranchen werden im kommenden Jahr Arbeitsplätze abbauen. Obwohl viele Unternehmen von höheren Umsätzen und einer etwas höheren Produktion ausgehen, halten sie sich mit Investitionen weiter zurück.

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Die Krise hält an. Die Metallindustrie geht pessimistisch ins neue Jahr. Foto: ddpddp

Berlin - „Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise ist nach wie vor nicht überwunden und wird auch im nächsten Jahr einige Branchen noch hart treffen“, erklärte Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die am Dienstag veröffentlichten Ergebnisse der IW- Verbandsumfrage 2010.

Ein weiteres Krisenjahr mit Jobabbau und Firmenpleiten erwartet auch der Maschinenbau, der mit mehr als 900 000 Beschäftigten der größte industrielle Arbeitgeber in Deutschland ist. „Die Krise liegt noch lange nicht hinter uns“, erklärte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Manfred Wittenstein. Viele Betriebe würden die Folgen erst 2010 mit voller Härte zu spüren bekommen.

27 der 44 vom IW befragten Wirtschaftsverbände gaben an, die Stimmung in den Unternehmen ihrer Sparte sei besser als Ende 2008, sieben bezeichneten sie als unverändert. Immerhin die Hälfte der befragten Verbände erwartet 2010 bessere Geschäfte.

PRODUKTION

Insgesamt 20 von 44 Verbänden rechnen mit steigender Produktion und mehr Umsatz. Die Energie- und Wasserwirtschaft sowie die Eisen- und Stahlindustrie planen laut IW sogar einen „kräftigen Outputzuwachs“. „Wesentlich niedrigere“ Geschäftsergebnisse als 2009 erwartet nur die Branche Schiffbau und Meerestechnik. Aber auch in der Druckindustrie, im Einzelhandel und im Gastgewerbe sind Stimmung und Geschäftsaussichten überdurchschnittlich schlecht.

BESCHÄFTIGUNG

27 von 44 Branchen halten einen Stellenabbau für kaum vermeidbar, neben der Eisen- und Stahlindustrie und dem Maschinenbau etwa die chemische Industrie, die Banken oder die Bauindustrie. 16 wollen die Beschäftigung stabil halten, darunter die Autoindustrie, das Handwerk oder der Einzelhandel. Nur die Lederindustrie gab an, Arbeitsplätze schaffen zu wollen. „Die Unternehmen konnten lange Zeit mit flexiblen Arbeitszeitkonten sowie Kurzarbeit ihre Beschäftigten halten und werden dies auch im kommenden Jahr versuchen“, sagte Hüther. „Sollten die Erwartungen allerdings weiter einbrechen, werden viele Unternehmen nicht um einen Arbeitsplatzabbau herumkommen.“

INVESTITIONEN

Nur neun von 44 Verbänden rechnen im Jahr 2010 mit steigenden Investitionen, zum Beispiel die Energie- und Wasserwirtschaft, die Autoindustrie oder die Informationswirtschaft. 24 Verbände erwarten im Vergleich zu 2009 stabile Investitionsausgaben, elf gaben an, dass ihre Mitgliedsunternehmen weniger investieren werden. mot

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