Ausfuhren : Exporte für eine Billion Euro

Deutsche Firmen sind auf dem Weltmarkt erfolgreich wie nie. Die deutschen Exporte könnten 2011 nach Schätzungen des Branchenverbands BGA erstmals die Grenze von einer Billion Euro überspringen.

Weltklasse. Deutsche Firmen steigern ihren Weltmarktanteil auf 9,5 Prozent.
Weltklasse. Deutsche Firmen steigern ihren Weltmarktanteil auf 9,5 Prozent.Foto: dpa

Berlin - „Im kommenden Jahr bestehen gute Chancen, zum ersten Mal in der Geschichte die Marke von einer Billion Euro beim Export zu erreichen“, sagte BGA-Präsident Anton Börner am Dienstag. Derzeit würden die Ausfuhren so stark zulegen wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Die Exporte stiegen im laufenden Jahr um 16 Prozent auf 937 Milliarden Euro, berichtete der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) in Berlin. Schneller als erwartet werde damit das Vorkrisenniveau wieder erreicht. Es gebe aber weltweit Risiken. So könnte die US-Wirtschaft zurück in die Rezession fallen oder in China die Immobilienblase platzen. Auch die Euro-Schuldenkrise sei längst nicht ausgestanden.

Zudem versuchten viele Länder, mit dem „süßen Gift des Protektionismus“ ihre Märkte gegen ausländische Konkurrenz abzuschotten. Im laufenden Jahr sind die Exporte in die Länder außerhalb der EU besonders dynamisch: Sie können laut BGA um bis zu 25 Prozent wachsen, während die Ausfuhren in die EU um 13,5 Prozent steigen sollen. Umgekehrt würden die Importe insgesamt um 17 Prozent auf 789 Milliarden Euro zulegen. Der Außenhandelsüberschuss betrage 148 Milliarden Euro.  

 Für 2011 rechnet der Verband mit einem Zuwachs der Exporte um bis zu sieben Prozent auf 1003 Milliarden Euro, die Einfuhren sollen um bis zu acht Prozent auf 852 Milliarden Euro steigen. Deutschland werde seinen Weltmarktanteil von neun auf 9,5 Prozent ausbauen können. „Eine bemerkenswerte Leistung angesichts des Auftretens immer neuer Wettbewerber, die technologisch immer mehr zu uns aufschließen“, sagte Börner. Kritik von europäischen Partnern oder den USA am deutschen Exportmodell wies er zurück. „Es gibt keinen Automatismus, wonach Wachstum im Export immer zulasten eines anderen Landes geht.“ Die weltweit erfolgreichen deutschen Firmen seien Türöffner für viele Zulieferer aus EU-Nachbarländern. „Ohne die deutsche Exportstärke wäre es erheblich schlechter bestellt um die europäische Konjunktur.“

Nach Angaben der Inkasso-Branche hat die Wirtschaftskrise mehr Privatleute in die Überschuldung gestürzt. In diesem Jahr zeichne sich die Rekordzahl von 110 000 Verbraucherinsolvenzen ab, teilte der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) am Dienstag in Berlin mit. Im vergangenen Jahr seien es 101 000 gewesen. „Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit waren für viele der Tropfen, der das Schuldenfass erst jetzt zum Überlaufen brachte“, sagte BDIU-Präsident Wolfgang Spitz. dpa

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