Wirtschaft : Ausländische Aktien: Kauf internationaler Wertpapiere wird billiger

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Auch für Privatanleger soll der Handel mit amerikanischen Aktien und Optionsscheinen an der Börse ab September schneller und vor allem günstiger werden. Die Kosten für grenzüberschreitende Wertpapierkäufe würden "dramatisch" nach unten gehen, sagte Volker Potthoff, Vorstandsmitglied der Deutsche Börse AG am Donnerstag in Frankfurt (Main). Genau ließe sich der Nachlass derzeit aber noch nicht beziffern. Allein die Abwicklungskosten für Handelsgeschäfte sinken um mehr als die Hälfte. Durch höhere Umsätze mit US-Wertpapieren seien weitere Preisreduzierungen für Privatanleger und auch für große institutionelle Anleger sicher. "Die Kosten sinken in jedem Fall auf das Niveau eines inländischen Wertpapiergeschäftes", betont Potthoff.

Möglich wird dies durch den Aufbau eines neuen Marktes für US-Wertpapiere durch die Deutsche Börse und durch die deutsch-schweizerische Terminbörse Eurex, eine Tochter der Deutschen Börse, in Verbindung mit der Abwicklungsgesellschaft Clearstream. "Das US-Segment ist der erste Baustein des sogenannten Global Markets Konzepts und soll im September starten." Bisher wird in Frankfurt der größte Teil ausländischer Aktien über den Parketthandel und dessen Makler abgewickelt. Über die neue Plattform im Handelssystem Xetra sollen nun insgesamt 210 der wichtigsten US-Aktien und zunächst zehn Optionen auf die liquidesten US-Aktien wie Cisco, IBM oder Microsoft verfügbar sein. Damit soll die Deutsche Börse zum führenden europäischen Handelsplatz für US-Wertpapiere werden. Ähnliche Konzepte will die Deutsche Börse mittelfristig auch für europäische und asiatische Wertpapiere umsetzen.

Gleichzeitig mit dem neuen Markt für US- Wertpapiere soll auch die laufende Berechnung des Dow Jones Industrial Indexes, des weltweit wichtigsten Börsenbarometers, von sechseinhalb auf 13 Stunden ausgedehnt werden. Mit dem Handelsbeginn in Frankfurt jeden Morgen um neun Uhr startet auch die Berechnung des Dow Jones. Ab 15.30 Uhr deutscher Zeit und mit Beginn des Handels in New York wird sie dann dort bis Börsenschluss an der Wall Street um 22 Uhr hiesiger Zeit fortgesetzt. Das neue Marktmodell soll auf europäische und später auch auf asiatische Aktien ausgeweitet werden.

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