Außenhandel : Rekorddefizite für Großbritannien und Frankreich

Gestiegene Kosten für die Öleinfuhren haben Großbritannien und Frankreich im vergangenen Jahr Rekorddefizite im Außenhandel beschert. Das Königreich hatte sich bis 2004 durch eigene Quellen mit Öl versorgen können.

London/Paris - Der Wert der 2006 ins Vereinigte Königreich importierten Waren überstieg den der Exporte um 84,3 Milliarden Pfund (126,4 Milliarden Euro), wie das Statistikamt ONS mitteilte. In Frankreich lag das Defizit laut Zoll bei 29,2 Milliarden Euro. In beiden Fällen sind Im- und Exporte von Dienstleistungen nicht einberechnet.

Durch die Nordsee-Förderung hatte Großbritannien sich bis 2004 mit Öl vollständig selbst versorgen können. Nun steht in der britischen Außenhandelsbilanz ein Defizit von 3,7 Milliarden Euro im Ölhandel nach einem Minus von 2,2 Milliarden Euro 2005. Die französische Außenhandelsministerin Christine Lagarde betonte, ohne die Öleinfuhren hätte Frankreich einen Handelsbilanz-Überschuss erzielt, der sogar erstmals seit 2002 gewachsen wäre. Das Finanzministerium in Paris hatte Frankreichs Ölrechnung für 2006 mit 46 Milliarden Euro beziffert. Laut Lagarde stiegen Frankreichs Warenexporte im Gesamtjahr auf 387 Milliarden Euro und damit auf einen historischen Rekordwert. (tso/AFP)

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