Außenwerber : Ströer erreicht Ziele und strebt in den M-Dax

Der Kölner Außenwerber Ströer, Marktführer in Deutschland, hat sein Ziel von mehr als neun Prozent Wachstum in 2010 erreicht. Vorstandschef Udo Müller finanziert aus seinem privaten Vermögen die Berliner Humboldt-Box.

von
Udo Müller.
Udo Müller.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Berlin - „Wir haben geliefert. Alle operativen Einheiten haben dazu beigetragen, vor allem aber das Geschäft in der Türkei“, sagte Vorstandschef Udo Müller dem Tagesspiegel. „Für 2011 bin ich sehr optimistisch.“ Genaue Zahlen legt Ströer im April vor.

Ströer setzt stark auf digitale Werbeflächen, also riesige LCD-Bildschirme. Ziel sei es, bis zum Jahresende 1000 bis 1200 Stück auf den 200 größten deutschen Bahnhöfen installiert zu haben, sagte Müller. Dafür werde ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag aufgewandt. „Wir werden das weltweit größte Netz haben. Mit einer Reichweite von 20 Prozent liegen wir dann auf Augenhöhe mit dem ZDF.“ Zentral gesteuerte Bewegtbilder seien in der Außenwerbung ganz neu; ohnehin werde sie immer hochwertiger. „Mit Leim und Kleister ist es bald vorbei. Das Zeitalter der geklebten Fläche geht zu Ende.“ Plakate in Vitrinen an erstklassigen Standorten seien im Kommen.

Ströer habe die Verschuldung im Jahr 2010 auf rund das Zweieinhalbfache des Gewinns vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen (Ebitda) halbiert. Das sei „das niedrigste Niveau aller Zeiten“. Das Unternehmen strebe nach dem Börsengang im vergangenen Jahr mittelfristig in den M- Dax, den Index mittelgroßer Werte. Bei der Kapitalisierung erfülle Ströer schon jetzt die Vorgabe der Deutschen Börse. Weder er selbst noch Dirk Ströer wollten sich von Anteilen trennen, sagte Müller.

Aus seinem privaten Vermögen finanziere Müller die geplante Humboldt-Box, in dem Besucher sich über den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses informieren sollen. „Ich bin ein großer Schloss-Fan und finde es wichtig, daraus eine Attraktion zu mache“, sagte Müller, der in Berlin als Unternehmer angefangen hat. Er bringe einen Millionenbetrag für das Projekt auf.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben