Ausstieg : Daimler verkauft EADS-Anteile für Milliarden Euro

Der Autohersteller Daimler hat sich endgültig von seinen Anteilen am Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS getrennt. Das frische Geld in der Kasse kommt den Schwaben gerade recht.

Endmontage. In Hamburg werden Flugzeuge der Airbus A320-Familie zusammengebaut - künftig ohne die Beteiligung von Daimler. Foto: dpa
Endmontage. In Hamburg werden Flugzeuge der Airbus A320-Familie zusammengebaut - künftig ohne die Beteiligung von Daimler.Foto: dpa

Für Daimler ist es das Ende einer Ära: Der Autobauer hat seine verbliebenen Anteile an der Airbus-Mutter EADS verkauft. Wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Stuttgart mitteilte, erlöste er damit rund 2,2 Milliarden Euro. Nach mehr als zwei Jahrzehnten steigen die Schwaben damit endgültig beim europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern aus.

Der Verkaufspreis für die 61,1 Millionen Aktien lag bei 37 Euro pro Anteilsschein. EADS selbst kauft den Angaben zufolge 16 Millionen Aktien im Wert von 600 Millionen Euro. Daimler hatte bereits mehrfach angekündigt, sich auf das Kerngeschäft Autos konzentrieren zu wollen.

„Wir werden den Erlös der Veräußerung in das globale Wachstum unserer Geschäftsfelder und den Ausbau unserer technologischen Spitzenposition investieren“, hatte Finanzvorstand Bodo Uebber am Vortag erklärt.
Das Geld verschafft Daimler derzeit etwas Luft: Zuletzt hatte nur der Verkauf von EADS-Anteilen den Konzern vor einem Gewinnrückgang bewahrt. In der vergangenen Woche hatte Daimler zudem angekündigt, wegen der Absatzkrise in Europa seine Gewinnziele für das laufende Jahr auf den Prüfstand zu stellen.

Wie Manager Manager bewerten
Daimler-Chef Dieter Zetsche hat bei anderen deutschen Führungskräften enorm an Ansehen eingebüßt. Der Manager fiel in der regelmäßigen Umfrage des Wiesbadener Unternehmensberaters Manfred Niedner vom dritten auf den 15. und damit letzten Platz zurück. Zetsches Durchschnittsnote hat sich binnen sechs Monaten von 2,4 auf 3,5 verschlechtert, damit steht er aber trotzdem etwas besser da als vor drei Jahren, als er auf 3,7 kam. Eine knappe Mehrheit der Befragten ist dafür, seinen Vertrag zu verlängern. Foto: dpaWeitere Bilder anzeigen
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07.02.2013 11:45Daimler-Chef Dieter Zetsche hat bei anderen deutschen Führungskräften enorm an Ansehen eingebüßt. Der Manager fiel in der...

Weil die Verkäufe auf dem Heimatkontinent schlechter laufen als erwartet, dürfte insbesondere das erste Quartal schwach ausfallen. Daimler will die Zahlen für die ersten drei Monate des Jahres in einer Woche bekanntgeben.

Einen Schub erhofft sich der Autobauer derzeit von neuen Modellen wie der A- und E-Klasse. Besserung erwartet Konzern-Chef Dieter Zetsche in der zweiten Jahreshälfte. Der Autobauer will bis 2020 an seinen Konkurrenten BMW und Audi vorbeiziehen und wieder Nummer eins im Oberklasse-Segment werden.

Vor allem in China haben die Schwaben derzeit allerdings Probleme, aufzuschließen. Auf dem wichtigen Wachstumsmarkt verkaufen die Erzrivalen aus Bayern nicht nur mehr Autos, sie verdienen auch besser daran. (dpa)

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