Wirtschaft : „Austritt Athens wäre verheerend“

Frankfurt am Main - Trotz der tiefen Krise im Euro-Raum gibt es einer Analyse zufolge keine Alternative zur Währungsunion. Allerdings müsse der Konsolidierungskurs beibehalten und durch den Aufbau einer europäischen Fiskalunion abgesichert werden, berichteten die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) bei der Vorlage einer Studie am Freitag in Frankfurt am Main. Anderenfalls drohe der Zerfall der Euro-Zone, der zu politischen und ökonomischen Verwerfungen führen könne.

Auch der Austritt eines Landes wie Griechenland hätte verheerende Folgen: Die neue Drachme müsste massiv abgewertet werden, Staat und Banken könnten ihre Schulden nicht mehr bedienen. Die Ausfälle für die Gläubiger machten eine neuerliche Bankenkrise wahrscheinlich. Anders als bei der Lehman-Krise könne diese aber durch staatliche Notkredite und Beteiligungen kaum noch eingedämmt werden, prognostiziert das HWWI. „Angesichts der gravierenden ökonomischen Konsequenzen ist der Erhalt der Währungsunion zweifellos die bessere Alternative – auch wenn die Konsolidierung der Staatshaushalte das Wachstum in Europa verlangsamt und auch längere rezessive Phasen zu erwarten sind“, sagte HWWI-Leiter Thomas Straubhaar.

Am Ende des Weges muss Europa aus Sicht der Experten weiter zusammenwachsen, auch bei der Wirtschafts- und Finanzpolitik. „Dieses Szenario dürfte aber angesichts der erheblichen gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Unterschiede selbst zwischen benachbarten europäischen Staaten in weiter Ferne liegen“, sagte Straubhaar. Hingegen sind Euro-Bonds aus Sicht von HWWI und PwC keine Lösung. Bei der Vergemeinschaftung der Schulden über gemeinsame Anleihen könnte sich der Süden zulasten anderer Länder übermäßig verschulden: „Im Endeffekt dürften die Staatsdefizite sogar schneller steigen als bisher, bis die Schulden ein Niveau erreichen, auf dem sie nicht mehr bedient werden können.“ dpa

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