Wirtschaft : Ausverkauf bei Skandalfonds der Deutschen Bank

Grundbesitz-Invest stellt Großteil seiner deutschen Immobilien zum Verkauf. Die Rendite steigt aber wieder

Rolf Obertreis

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank will große Teile des Immobilienbesitzes aus ihrem krisengeschüttelten Fonds Grundbesitz-Invest veräußern. Fast alle deutschen Büro- und Gewerbe-Immobilien aus dem offenen Immobilienfonds der Tochtergesellschaft DB Real Estate stehen offenbar zum Verkauf und sollen laut einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ 1,5 bis zwei Milliarden Euro einbringen.

Die Manager des Grundbesitz-Invest haben seit Anfang Juni bereits 23 Liegenschaften verkauft. Von den noch übrig gebliebenen 60 Objekten in Deutschland, stehe ein großer Teil zur Disposition, räumte der Chef von DB Real Estate, Holger Naumann, ein. Sollten tatsächlich Gebäude für zwei Milliarden Euro abgegeben werden, hätte sich das Immobilienvermögen des Fonds innerhalb eines Jahres von sechs auf etwa zwei Milliarden Euro reduziert.

Grundbesitz-Invest war Ende 2005 geschlossen worden, nachdem Anleger wegen drohender Wertberichtigungen reihenweise ausgestiegen waren. Damit hatte die Deutsche Bank ein Tabu gebrochen und massive Proteste ausgelöst. Die Anleger hatten seit der Wiederöffnung des Fonds im März mehr als 2,7 Milliarden Euro an Kapital abgezogen.

Die aktuellen Immobilien-Verkäufe geschehen aber offenbar nicht aus Not, wie es noch vor wenigen Monaten der Fall war. Deutsche Gewerbeimmobilien sind bei ausländischen Investoren wieder gefragt, sagte ein Fondsmanager in Frankfurt. „Der Markt ist eindeutig im Aufwind.“ Die Anleger freut es: Die Anteilspreise steigen, die Jahres-Rendite liegt zum Teil wieder bei mehr als vier Prozent.

Auch bei Grundbesitz-Invest ist die Rendite mittlerweile wieder auf 4,35 Prozent gestiegen. Der Fonds habe im laufenden Jahr für 2,3 Milliarden Euro verkauft und dabei 290 Millionen mehr als den Verkehrswert erzielt, sagte Naumann. Damit sei die Abwertung der Fondsimmobilien vom vergangenen Winter in Höhe von 147 Millionen Euro mehr als ausgeglichen worden.

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