Wirtschaft : Auszubildende gesucht

Metall- und Elektroindustrie stellt verstärkt Nachwuchs ein – der ist knapp

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Berlin - Die Metall- und Elektroindustrie in Berlin rüstet auf: Dank der starken Auftragslage im ersten Quartal 2011 haben viele Betriebe die Zahl ihrer Ausbildungsplätze erhöht. Das sagte Christian Amsinck, Geschäftsführer des Branchenverbandes VME, am Freitag in Berlin. Zwar habe sich das Wachstum zum Ende des zweiten Quartals verlangsamt. Insgesamt stehe die Branche aber deutlich besser da als im Sommer 2010. „Mit mehr als 100 000 Beschäftigten in Berlin und Brandenburg haben wir hier sogar das Vorkrisenniveau von 2008 übertroffen“, sagte Amsinck. Wegen der positiven Entwicklung hätten viele Firmen auch ihr Ausbildungsangebot verstärkt. So bilde inzwischen etwa die Hälfte aller Arbeitgeber in der Region selbst aus.

Dafür gebe es aber auch weniger erfreuliche Gründe: „Die Betriebe haben Schwierigkeiten, gutes Personal zu bekommen“, sagte Bernhard Amtmann, der beim Siemens-Konkurrenten ABB die Ausbildung leitet. Weil auf dem Markt kaum Arbeitskräfte verfügbar seien, sorgten Firmen notgedrungen selbst für Nachwuchs. Das sei gar nicht so einfach: „Das Niveau der Schulabgänger sinkt kontinuierlich.“ Und während die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze gegenüber dem Vorjahr um mehr als 13 Prozent gestiegen ist, ist die der eingegangenen Bewerbungen bei den meisten Unternehmen zurückgegangen. Die Politik müsse ihren Beitrag leisten, Industrieberufe für Jugendliche wieder attraktiver zu machen, appellierte VME- Chef Amsinck. Kompetenzen in Mathematik und Physik würden in der Schule nicht genug gefördert. Maris Hubschmid

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