• Autobanken steuern in eine ungewisse Zukunft Pläne für höhere Dienstwagensteuer drücken auf die Stimmung

Wirtschaft : Autobanken steuern in eine ungewisse Zukunft Pläne für höhere Dienstwagensteuer drücken auf die Stimmung

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Frankfurt (Main) (pk/HB). Die Finanzierungstöchter von BMW, Volkswagen und DaimlerChrysler, die sonst einen erbitterten Kampf führen, eint momentan die Hoffnung auf ein Machtwort vom „Autokanzler“. Gerhard Schröder soll in letzter Minute umbiegen, was Finanzminister Hans Eichel aufgesetzt hat, nämlich eine 50-prozentige Anhebung der Dienstwagensteuer für die private Nutzung. Denn die erfolgsverwöhnte Branche der Autobanken und Leasinggesellschaften fürchtet einen massiven Einbruch im Neugeschäft der nächsten Jahre, sollte das Vorhaben wahr werden. Branchenbeobachter rechnen mit Rückgängen im Neugeschäft zwischen zehn und 20 Prozent.

Norbert M. Massfeller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Financial Services AG, sieht vor allem im Bereich Großkunden/Flottengeschäft negative Auswirkungen, da 70 Prozent der Fahrzeuge hier betroffen wären. Generell würde die höhere Steuer, die sich am Listenpreis orientiert, zum Umsteigen in niedrigere Fahrzeugklassen oder zur Wahl schlechterer Ausstattung führen. Die durchschnittliche Kapitalbindung der Autobanken würde sinken.

Die Steuerpläne der Bundesregierung treffen eine der wenigen profitablen Inseln in der deutschen Finanzwirtschaft. Denn die Autobanken schreiben durchweg schwarze Zahlen, statt aufwändiger Filialen bauen sie auf den Direktvertrieb und die Händlernetze. „Die Kosten-Ertrags-Relation liegt bei den Autofinanzierern zwischen rund 40 und 50 Prozent“, sagt Jürgen Moormann, Professor an der Frankfurter Hochschule für Bankwirtschaft. Bei den privaten Großbanken ist die Kennzahl für die Ertragsstärke mit 80 bis 90 Prozent sehr viel schlechter. Die Autobanken seien straff auf den „Kundenprozess Autofahren" ausgerichtet, die Fokussierung auf den Vertrieb zahle sich aus. Und: „Was die Autobanken mit ihrem ungeheueren Vorrat an Kundendaten alles anfangen können, sickert erst langsam ins Bewusstsein der Banken und Sparkassen."

Bisher haben die Autobanken ihr Potenzial aber noch nicht optimal ausnutzen können. „Die Autobanken wollen sich wegbewegen von der reinen Kfz-Finanzierung, trotzdem haben es die meisten Anbieter derzeit noch mehrheitlich mit Mono-Produkt-Kunden zu tun“, sagt Jörg Rühle von der Beratungsgesellschaft Kienbaum. Die Spezialisierung war bisher ein Segen – sie kann jetzt mit der Branchenkonjunktur und den Steuerplänen der Regierung zum Fluch werden. „Die Autobanken trifft es jetzt doppelt, denn durchschnittlich 56 Prozent der gesamten Neuverträge sind Firmenwagen

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