Wirtschaft : Autobauer auf neuen Wegen

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Von Bernd Hops

Es gibt kaum eine Branche, in der der Wettbewerb so hart ist wie bei den Autobauern. Die Margen sind besonders in den Massenmärkten gering, der Kostendruck hoch. Um die Gewinne zu halten, drängen die Konzerne in das Bankgeschäft. Daimler-Chrysler vollzieht mit seiner Vollbankenlizenz einen Schritt, den die meisten Hersteller schon getan haben.

Das ist nur folgerichtig. Denn die Möglichkeiten, Kosten zu senken, sind weitgehend ausgereizt. Bei den Zulieferern lassen sich die Preise kaum noch im gleichen Tempo drücken wie noch in den 90er Jahren. Die Produktion selber ist weitgehend rationalisiert. Und die Beziehungen zu den Händlern werden von fast allen großen Hersteller zurzeit gestrafft und für die Konzerne vorteilhafter gestaltet. Wenn weniger gespart werden kann, dann muss mehr verkauft werden. Die Autokonzerne haben Millionen von Kunden. Kunden, die regelmäßig für die Wartung ihrer Fahrzeuge mit den Herstellern in Verbindung treten. Diese Beziehungen dazu zu nutzen, weitere Dienstleistungen zu verkaufen, liegt daher nahe. Und im Kreditgeschäft haben die Autokonzerne in aller Regel bereits Erfahrung. Fast alle führen eine Bank nebenher, die die Finanzierung von Autokäufen abwickelt. Deshalb liegt es nahe, nicht nur Kredite zu vermitteln, sondern auch weitere Finanzprodukte. Verbraucher kaufen schon Versicherungen bei einem Kaffeeröster, wieso nicht auch beim Autokonzern?

Volkswagen hat es vorgemacht: Ein VW-Emblem ist mittlerweile nicht nur auf einem Auto ein Qulitätsmerkmal, sondern auch bei günstigen Tagesgeldkonten. Es wäre dumm, wenn die übrigen Hersteller VW das Feld allein überlassen würden.

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