Autobauer : BMW nimmt sinkende Gewinne gelassen

Nach einem Gewinneinbruch im ersten Quartal will der BMW-Konzern mit neuen Modellen und mehr Werbung auf die Erfolgsspur zurückkommen. "Wir sind auf Kurs", sagte Vorstandschef Norbert Reithofer.

München - Zwar hätten hohe Rohstoffkosten, der schwache Dollar und die Anlaufkosten für neue Modelle das Ergebnis zuletzt gedrückt. Mit Hilfe des erwarteten Absatzschubs in den kommenden Monaten wolle BMW aber weiterhin im Gesamtjahr den um einen Sondereffekt bereinigten Rekordgewinn des Vorjahres übertreffen.

Im ersten Quartal setzte sich aber erst einmal der Margenverfall bei dem erfolgsverwöhnten Autobauer fort. Der Vorsteuergewinn brach um mehr als ein Drittel auf 852 Millionen Euro ein. Im Vorjahreszeitraum hatte die Abwicklung einer Umtauschanleihe das Ergebnis um 375 Millionen Euro nach oben getrieben. Auch ohne diesen Effekt ging das Ergebnis allerdings um mehr als zwölf Prozent zurück.

Der Umsatz legte derweil um knapp drei Prozent auf gut 11,9 Milliarden Euro zu. Die Vorsteuer-Rendite im Auto-Kerngeschäft lag nur noch bei 5,3 Prozent, niedriger war sie zuletzt vor mehr als vier Jahren. "Das ist nicht die Marge, die wir uns langfristig vorstellen", räumte Finanzvorstand Stefan Krause ein. Auch die Börse reagierte enttäuscht auf die Quartalszahlen. Der BMW-Aktienkurs sank um zwischenzeitlich knapp zwei Prozent auf gut 45 Euro.

Defizite sieht Reithofer im Marketing. Auf technischer Seite habe BMW in den vergangenen Jahren zwar viel unternommen, dies aber zu wenig über Werbung kommuniziert. "In der intensiven Wettbewerbssituation können wir uns das nicht mehr leisten." Die Nachfrage nach den neuen Modellen sei aber schon jetzt sehr gut. BMW hatte zuletzt unter anderem den neuen Mini und den neuen X5 eingeführt. Im Lauf des Jahres geht die Erneuerung der Produktpalette weiter. Im Gesamtjahr wolle BMW weiterhin den Absatz von zuletzt 1,4 Millionen verkauften Fahrzeugen um einen höheren einstelligen Prozentwert steigern, sagte Reithofer.

Stagnierender Absatz im ersten Quartal

In den ersten drei Monaten stagnierte der Konzern-Absatz bei 333.276 Auslieferungen. Im April sei die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge voraussichtlich um mehr als 2,5 Prozent gestiegen, sagte Reithofer. Verantwortlich dafür war dank des neuen Modells vor allem ein Anstieg von mehr als 18 Prozent beim Mini. Die Marke BMW lag laut Reithofer nur leicht im Plus. Dies soll sich aber rasch ändern. Schon im Mai und Juni solle es bei der Stammmarke steil aufwärts gehen.

Der erwartete Absatzanstieg soll auch das Ergebnis wieder nach oben treiben. Das Vorsteuer-Ergebnis solle im Gesamtjahr bereinigt um den Sondereffekt aus dem Vorjahr über dem Rekordwert 2006 liegen, bekräftigte Reithofer. Damit will BMW vor Steuern weiterhin mehr als 3,75 Milliarden Euro verdienen. Im Vorjahr waren es einschließlich des Anleihe-Effekts erstmals 4,1 Milliarden Euro. (tso/dpa)

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